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18.02.2004

22:45 Uhr

Todesfälle könnten sich noch erhöhen

Ärztin soll Patienten getötet haben

In Hannover ist am Mittwoch eine Ärztin verhaftet worden, die mindestens acht Patienten mit Morphin getötet haben soll. Unklar ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft, ob es sich um Sterbehilfe handelte.

HB HAMBURG. Ein Behördensprecher sagte: „Wir haben keine Unterlagen gefunden, dass Patienten damit einverstanden waren oder danach verlangt haben. Solche Unterlagen gibt es unserer Kenntnis nach auch nicht.“ Die Zahl der durch die Internistin verursachten Todesfälle könne sich noch erhöhen. Bisher sei erst ein Teil der beschlagnahmten Patientenakten von einem Gutachter ausgewertet worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auf Grund einer Strafanzeige der Allgemeinen Ortskrankenkasse Niedersachsen wegen des Verdachts des Totschlags gegen die 54-Jährige. Sie stehe im Verdacht, Patienten unangemessen hohe Dosen von Morphin teilweise in Kombination mit dem Arzneimittel Diazepam verordnet zu haben, was in mindestens acht Fällen zum Tod geführt habe. In sechs dieser Fälle sei der Einsatz von Morphin überhaupt nicht medizinisch geboten gewesen. Bei ihrer Anzeige stütze sich die AOK auf ein Sachverständigengutachten, das der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen Niedersachsen im Rahmen einer Überprüfung von Patientenunterlagen erstellt habe.

Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft wurden von insgesamt 76 beschlagnahmten Patiententakten erst elf von dem Sachverständigen untersucht. Weitere 15 Fälle lägen dem Gutachter vor. Auf die Frage, ob womöglich weitere Todesfälle auf das Konto der Ärztin gingen, sagte der Sprecher: „Es kann durchaus noch mehr werden.“

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