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25.11.2014

07:33 Uhr

Todesschüsse von Ferguson

Polizeigewalt oder Notwehr?

In der US-Stadt Ferguson ist die Gewalt erneut eskaliert. Den Unruhen vorausgegangen war das Urteil einer Grand Jury nach dem der Polizist, der im August einen farbigen Jugendlichen erschossen hatte, in Notwehr handelte.

Nach dem Urteil der Grand Jury kam es in Ferguson erneut zu Ausschreitungen. dpa

Nach dem Urteil der Grand Jury kam es in Ferguson erneut zu Ausschreitungen.

WashingtonPolizeigewalt oder Notwehr? Das war die zentrale Frage nach dem Tod des 18-jährigen Afroamerikaners Michael Brown Anfang August in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri. Keine Zweifel bestehen daran, dass der weiße Polizist Darren Wilson den unbewaffneten Jugendlichen auf offener Straße erschoss. Umstritten ist jedoch, wie genau es zu den tödlichen Schüssen kam.

Eine Grand Jury aus zwölf Geschworenen entschied nun, dass die Beweislage für eine Anklage gegen Wilson nicht ausreiche.

Gegen Mittag am 9. August stieß der 28-jährige Wilson in seinem Streifenwagen auf dem Canfield Drive auf Brown und dessen Freund Dorian Johnson, die mitten auf der ruhigen Seitenstraße liefen. Kurz zuvor war über Polizeifunk der Diebstahl von Zigarillos in einem Laden um die Ecke gemeldet worden.

Wie sich später bei der Auswertung der Überwachungskameras des Geschäfts herausstellte, war Brown tatsächlich ein Verdächtiger bei dem Diebstahl.

Laut der Darstellung Johnsons forderte Wilson sie durch das geöffnete Seitenfenster mit derben Worten auf, an den Straßenrand zu gehen. Der Polizist sagte hingegen vor der Grand Jury aus, er habe in sachlichem Ton gesprochen. Die jungen Männer hätten seine Anweisung ignoriert und Schimpfwörter benutzt. Dann habe er die Zigarillos in Browns Hand entdeckt und per Funk Verstärkung gerufen.

Wilson setzte daraufhin mit seinem Auto zurück, anschließend gab es ein Handgemenge. Die Angaben darüber, wer die fatale Auseinandersetzung begann, gehen auseinander. Laut Johnson fuhr Wilson sie beinahe um, griff durch das Fenster nach Brown und zog den Teenager an den Streifenwagen heran. „Ich schieße gleich“, soll der Polizist gedroht haben, als Brown sich gewehrt habe. Zwei Schüsse fielen, von denen einer den 18-Jährigen in den Oberarm traf.

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