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16.01.2015

11:41 Uhr

Todesstrafe in den USA

Erste Hinrichtung nach Vollstreckungspanne in Oklahoma

Vor neun Monaten starb Clayton Lockett qualvoll bei seiner Hinrichtung und litt 43 Minuten vor seinem Tod. Erstmals nach dieser Panne hat der Bundesstaat Oklahoma wieder ein Todesurteil vollstreckt.

Die Vollstreckungskammer in Oklahoma. Charles Warner wurde wegen Vergewaltigung und Mord hingerichtet. Die Diskussion um die Todesstrafe geht indes weiter. ap

Die Vollstreckungskammer in Oklahoma. Charles Warner wurde wegen Vergewaltigung und Mord hingerichtet. Die Diskussion um die Todesstrafe geht indes weiter.

Oklahoma CityFast neun Monate nach einer schweren Hinrichtungspanne ist im US-Staat Oklahoma wieder ein Todesurteil vollstreckt worden. Der 47 Jahre alte Charles Warner wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) wegen der Vergewaltigung und Ermordung eines elf Monate alten Mädchens mit einer Giftspritze hingerichtet, wie ein Gefängnissprecher bestätigte.

Komplikationen gab es Augenzeuge zufolge nicht. Im Südstaat Florida wurde fast zeitgleich der Mörder und Vergewaltiger Johnny Kormondy hingerichtet.

Im April 2014 war der Mörder Clayton Lockett bei seiner Hinrichtung in Oklahoma qualvoll gestorben, wohl weil eine Kanüle für die Giftinjektion falsch gelegt worden war. Er starb erst nach 43 Minuten. Nach dem Vorfall wurden Hinrichtungen in dem Staat ausgesetzt. Warner sollte ursprünglich zum selben Zeitpunkt wie Lockett hingerichtet werden.

Warners Anwälte hatten bis zuletzt versucht, die Exekution per Gerichtsbeschluss zu stoppen. Der Oberste Gerichtshof der USA wies den Antrag, die Hinrichtung auszusetzen, mit knapper Mehrheit ab.

Vier der neun Richter am Supreme Court in Washington drückten ihre Skepsis über die Hinrichtungspraxis aus: „Die vor uns liegenden Fragen sind jetzt besonders wichtig, da die Staaten zunehmend auf neue und wissenschaftlich nicht getestete Methoden der Hinrichtung angewiesen sind“, schrieb Richterin Sonia Sotomayor.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

„Die Antragsteller haben schreckliche Verbrechen begangen und sollten bestraft werden.“ Doch die Verfassung garantiere, dass niemand vor dem Tod unnötige Qualen erleide. „Ich hoffe, dass unser Scheitern, heute zu handeln, nicht auf unseren Widerwillen hindeutet, uns mit diesen Fragen zu befassen“, schrieb Sotomayor.

Die USA haben zunehmend Probleme, die Grundstoffe für die Giftspritzen zu beschaffen - und greifen deshalb zu nicht zugelassenen oder ausgetesteten Stoffen. Das lang verwendete Narkosemittel Natrium-Thiopental ist kaum mehr erhältlich, weil EU-Firmen es aus Menschenrechtsgründen nicht mehr in die USA liefern dürfen. Seit 2011 beschränkt die EU die Ausfuhr von Arzneistoffen, die in höherer Dosierung auch für Hinrichtungen verwendet werden.

In Oklahoma wird unter anderem das Medikament Midazolam verwendet, mit dem Patienten vor Operationen beruhigt werden. Seit der Panne im April sei die Dosis allerdings erhöht worden, berichtete die Zeitung „USA Today“.

Von

dpa

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