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18.04.2015

02:38 Uhr

Todesstrafe

Oklahoma erlaubt Tötung mit Stickstoff

In Utah dürfen Todestraktinsassen von Exekutionskommandos erschossen werden, in Oklahoma per Stickstoff hingerichtet werden. Das von der Gouverneurin unterzeichnete Gesetz erlaubt es nur als Alternative zur Hauptmethode.

Die Todeskammer im Staatsgefängnis in McAlester, Oklahoma. Der Bundesstaat erlaubt als Alternative zur Giftspritze auch die Tötung mit Stickstoff. ap

Thursday, Oct. 9, 2014 file photo

Die Todeskammer im Staatsgefängnis in McAlester, Oklahoma. Der Bundesstaat erlaubt als Alternative zur Giftspritze auch die Tötung mit Stickstoff.

Oklahoma CityIm US-Staat Oklahoma können Todeskandidaten künftig mit Stickstoffgas hingerichtet werden. Die republikanische Gouverneurin Mary Fallin unterzeichnete am Freitag ein entsprechendes Gesetz, das die Maßnahme als Alternative für Giftspritzen bei Exekutionen erlaubt, sollte ein Gericht sich gegen deren Einsatz aussprechen oder die Mittel dafür knapp werden. Zuvor hatte das Parlament das Gesetz verabschiedet und es Fallin zur Unterschrift vorgelegt.

Oklahoma ist der erste US-Staat, in dem die Methode damit Gültigkeit erhält. „Ich unterstütze diese Methode, und ich glaube, die Todesstrafe muss effektiv und ohne Grausamkeit ausgeführt werden“, teilte Fallin bei der Bekanntgabe ihrer Unterschrift mit.

Unter dem neuen Gesetz bleibt die Todesspritze die erste Wahl für Hinrichtungen, während Stickstoff die erste Alternative wird. Als weitere Maßnahmen folgen der elektrische Stuhl, der seit 1966 nicht mehr in Oklahoma angewendet wurde, und die in dem Staat niemals verwendeten Erschießungskommandos.

Nach allem, was bekannt ist, wurde Stickstoff noch nirgends für staatliche Hinrichtungen eingesetzt. Anhänger der neuen Methode argumentieren, der durch die Chemikalie verursachte Sauerstoffmangel im Blut sei eine humane und schmerzfreie Exekutionsmethode, die man auch ohne medizinische Expertise anwenden könne. Gegner führen an, es gebe dafür keinen Nachweis, weil Stickstoff-Hinrichtungen noch nicht ausprobiert worden seien.

In Oklahoma sind derzeit alle Exekutionen ausgesetzt. Hintergrund ist eine verpfuschte Hinrichtung im vergangenen Jahr. Einem Todeskandidaten wurde eine neuartige Kombination von drei tödlichen Wirkstoffen gegeben. Er kämpfte daraufhin 43 Minuten lang mit dem Tod. Derzeit prüft das Oberste Gericht der USA, ob die in Oklahoma angewendete Methode mit der Verfassung vereinbar ist. Diese schließt besonders grausame Bestrafungen aus.

Die US-Staaten, in denen die Todesstrafe gilt, haben Schwierigkeiten, die bisher genutzten Gifte für die Exekutionsspritzen aufzutreiben. Europäische Firmen haben die Lieferung wegen Bedenken gegen Verurteilungen zum Tode eingestellt.

Von

ap

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