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16.11.2011

11:21 Uhr

Tollhaus Elbphilharmonie

Dauerbaustelle beschäftigt Gericht

Die Kosten für die Elbphilharmonie explodieren, das Ende der Bauzeit ist ungewiss. Die Stadt Hamburg und Hochtief schieben sich gegenseitig die Schuld zu und treffen nun vor Gericht aufeinander.

Eine Luftaufnahme von der Baustelle der Hamburger Elbphilharmonie. dpa

Eine Luftaufnahme von der Baustelle der Hamburger Elbphilharmonie.

HamburgSpäter, teurer, absurder: Der Bau der Hamburger Elbphilharmonie nimmt immer neue Dimensionen an. Frühen Planungen zufolge müsste der Prestigebau, der einmal zu den zehn besten Konzerthäusern weltweit zählen soll, eigentlich in diesen Tagen fertiggestellt werden. Doch auf der spektakulärsten Baustelle im Norden herrscht weitestgehend Stillstand. Eine Eröffnung ist frühestens 2014 in Sicht.

Von Freitag an streiten die Stadt Hamburg und der Konzern Hochtief vor Gericht. Es geht um permanente Verzögerungen und um Millionenforderungen. „Wir kämpfen mit offenem Visier“, hatte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) bereits im Kulturausschuss angekündigt. Ziel sei, die Elbphilharmonie so schnell wie möglich und in der geforderten Qualität fertigzustellen.

„Wir werden die wirtschaftlichen Interessen der Stadt wahren“, verspricht Kisseler. Die Hansestadt beziffert die aktuelle Bauzeitverlängerung mit 14 Monaten, drei davon nimmt sie auf ihr Konto - schließlich hatte es Planungsänderungen gegeben. Für die verbleibenden elf Monate will die Stadt Hochtief eine ordentliche Rechnung schreiben: Pro Tag Verzögerung soll der Konzern 200 000 Euro zahlen.

Der Baukonzern gibt sich gelassen: „Wir haben die Verzögerung nicht zu verschulden, das können wir begründen“, sagte Sprecher Bernd Pütter. „Wir sind sehr zuversichtlich, was den Ausgang des Prozesses betrifft.“ Es gebe eine Reihe von Faktoren, die in der Summe zu den Verzögerungen führten. Diese seien entweder durch höhere Gewalt, wie etwa schlechte Wetterbedingungen, oder durch den Bauherrn - also die Stadt Hamburg - verursacht worden. Immer wieder habe es neue Umplanungen gegeben, so der Vorwurf von Hochtief.

Kommentare (2)

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Baumeister

16.11.2011, 11:48 Uhr

Wetten, dass in spätestens 30 Jahren (ab Eröffnung, ob und wann auch immer die sein mag) Bauschäden festgestellt werden und der ganze Plunder saniert oder wieder abgerissen wird!? Länger halten die Werke heutiger Architekten leider kaum mehr. Schande.

MaWo

16.11.2011, 13:36 Uhr

Hallo Baumeister,
hinzu kommt, dass Politik und Wirtschaft zusammen gekommen sind und sich damit als Laienspielgruppe und Profigewinnsicherer herausgestellt haben.
Natürlich zahlt der Steuerzahler die Zeche.

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