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23.05.2011

22:59 Uhr

Tornado in den USA

116 Tote, sieben Menschen gerettet

Die verheerende Tornado-Serie in den USA hat über 100 Einwohnern der Kleinstadt Joplin das Leben gekostet. Mindestens ein Viertel des Orts in Missouri ist zerstört. Rettungskräften bieten sich apokalyptische Bilder.

Washington/JoplinNach dem verheerenden Tornado im US-Staat Missouri ist die Zahl der Todesopfer am Montag auf 116 gestiegen. Das teilten die Behörden mit. Sieben Vermisste konnten gerettet werden. Der Sturm mit Geschwindigkeiten bis 265 Kilometer pro Stunde hatte am Sonntag weite Teile der Kleinstadt Joplin, 260 Kilometer südlich von Kansas City, zerstört.

Der Tornado schlug eine rund zehn Kilometer lange und einen Kilometer breite Schneise der Verwüstung quer durch das Zentrum der 50.000-Einwohner-Stadt. Im Süden von Joplin wurden Schätzungen zufolge 2.000 Gebäude dem Erdboden gleich gemacht. Von Kirchen, Schulen, Geschäftsräumen und Häusern blieben nur Ruinen zurück.

Gouverneur Jay Nixon rief den Notstand aus und die Nationalgarde zur Hilfe. Wie er dem Sender CNN sagte, durchkämmten am Montagmorgen (Ortszeit) Rettungsmannschaften mit Hunderten von Suchhunden die Trümmerlandschaft an der Südseite der Stadt mit 50.000 Einwohnern. Verschlimmert wurde die Lage noch durch mehrere Feuer, ausgelöst von beschädigten Gasleitungen.

Der Sturm hatte die Stadt in zwei Teile zerrissen: Der Tornado zog eine zehn Kilometer lange und eineinhalb Kilometer breite Schneise der Verwüstung. Nach Behördenangaben wurde etwa ein Drittel der Stadt in eine Trümmerwüste verwandelt. Laut der Zeitung „Kansas City Star“ ist ein sieben Stockwerke hohes Krankenhaus von dem Tornado schwer getroffen worden. Fotos zeigten ein völlig ramponiertes Gebäude, über das Augenzeugen dem Fernsehsender CNN sagten, es sehe einsturzgefährdet aus.

Möglicherweise habe es in dem St. John's Regional Medical Center auch gebrannt, da Rauch aus dem Gebäude aufgestiegen sei. Die Klinik sei evakuiert und die Patienten in umliegende Notunterkünfte gebracht worden. Nach Medienberichten hat der Sturm medizinische Geräte aus dem Krankenhaus bis zu 100 Kilometer weit weggeschleudert.

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Auch an anderen Gebäuden in der Umgebung seien die Fenster herausgeflogen und Dächer teilweise abgedeckt worden. Die Lokalzeitung „The Joblin Globe“ schrieb von „großen strukturellen Schäden“. Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes sagte CNN in einem Telefoninterview, noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen zu haben. „Ich würde sagen, 75 Prozent der Stadt ist praktisch verschwunden. Wir werden sehr viel Hilfe brauchen“, sagte Kathy Dennis.

Joplin liegt rund 215 Kilometer südlich der Stadt Kansas City im Südwesten Missouris. In Teilen der Region sei das Strom- und Telefonnetz ausgefallen. Viele Hauptstraßen seien unpassierbar. An einer Universität sei ein Notfall-Zentrum eingerichtet worden. Wegen der katastrophalen Schäden wurden Hilfskräfte aus dem gesamten Umland mobilisiert, auch die Nationalgarde wurde nach Joplin gerufen.

Der Tornado hat nach Angaben der Nationalen Wetterbehörde gegen 17.45 Uhr Ortszeit zugeschlagen. Er war nach Auskunft von Meteorologen von Regen und Hagel verhüllt gewesen, so dass eine frühzeitige Warnung nicht möglich war. Der Sturm war Teil eines riesigen Unwettersystems, dass sich am Sonntag über zahlreiche Staaten erstreckt hatte.

Kommentare (2)

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23.05.2011, 11:54 Uhr

Wann führen die USA eigentlich mal vernünftige Baurichtlinien ein? Was die Alpenbewohner schon lange vor der Gründung der USA zustande brachten, sollte doch da auch möglich sein.

Account gelöscht!

23.05.2011, 15:01 Uhr

nur sehen halt schnöde Granitblöcke nicht so elegant aus, wie Teakholz, welches frisch gerodet aus dritte Welt Länder kommt....

Dazu kommt die konzequente Abrottung von Wälder im eigenen Land sowie Missachtung gegenüber der Natur, das führt dann überhaupt erst zur Aufbäumungen von Tornados,Sturmfluten...

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