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12.04.2011

02:37 Uhr

Tote und Verletzte

Schwere Explosionen in Minsker U-Bahn

In der Metro der weißrussischen Hauptstadt Minsk hat es eine schwere Explosion gegeben. Die Behörden sprechen von einem Terroranschlag. Elf Menschen starben.

Rettungskräfte und Passanten tragen einen Verletzten in Minsk zu einem Rettungswagen Quelle: dpa/picture alliance

Rettungskräfte und Passanten tragen einen Verletzten in Minsk zu einem Rettungswagen

MinskDie weißrussische Generalstaatsanwaltschaft hat die Explosionen in einer Minsker Metrostation offiziell als Terroranschlag eingestuft. „Am 11. April um 17.54 wurde an der Oktjabrskaja-Station der Minsker Metro ein Terrorakt verübt“, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Andrej Schwed, der das Ermittlungsteam leitet, nach Berichten der Nachrichtenagentur Itar-Tass. Weißrussland galt bislang nicht als Ziel von Terroristen.

Wie das weißrussische Fernsehen berichtete, hatte die Bombe eine Sprengkraft von fünf bis sieben Kilogramm TNT. Nach ersten Ermittlungen sei der Sprengsatz unter einer Sitzbank auf dem Bahnsteig versteckt gewesen. Bei dem Anschlag starben 11 Menschen, 126 wurden verletzt. Präsident Alexander Lukaschenko rief eine Krisensitzung ein.

Der oft als „letzter Diktator Europas“ kritisierte Staatschef legte in der Station nahe seiner Residenz Blumen nieder und befahl, die Sicherheitsvorkehrungen in dem ohnehin scharf kontrollierten Land noch zu verstärken. Das Fernsehen zeigte Bilder einer stark beschädigten Haltestelle.

Die Explosionen ereigneten sich mitten im Berufsverkehr. Mehrere Krankenwagen und Löschfahrzeuge rasten zum Unglücksort im Stadtzentrum. Dort trafen auch Mitarbeiter des weißrussischen Geheimdienstes KGB ein. Lukaschenko nahm in einem Telefonat mit Kremlchef Dmitri Medwedew ein Angebot für den Einsatz russischer Ermittlungsbehörden an.

Bei einem Bombenanschlag am Tag der Unabhängigkeit im Juli 2008 waren in Minsk etwa 50 Menschen verletzt worden. Wenig später nahm der KGB vier Männer unter Terrorverdacht fest. Sie sollen Mitglieder der nationalistischen Untergrundorganisation Weiße Legion gewesen sein, die sich zur Gewalt im Kampf gegen staatliche Organe bekenne. Der Fall wurde allerdings nie aufgeklärt.

Die Ausgänge der Station Oktjabrskaja führen in Richtung Lukaschenkos Residenz sowie zu seinem Büro. Schwarzer Rauch stieg aus dem U-Bahn-Schacht auf. Amateurvideos zeigten panisch flüchtende Menschen. Verletzte kauerten blutüberströmt in der zentralen Umsteigestation oder auf dem Bürgersteig, wo sie Infusionen erhielten. Ein Augenzeuge sagte nach Medienberichten: „Überall war Glas, dann Staub. Und da war jede Menge Blut.“ Zwei weitere Haltestellen wurden gesperrt

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