Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.06.2012

12:34 Uhr

Tradition geht über Arbeit

Spanische Dorfbewohner wollen Stierhatz statt Stellen

Die Bewohner eines Dorfes im Südwesten des Landes hatten die Wahl: entweder Stiertreiben oder neue Jobs. Das Ergebnis würde Tierschützern nicht gefallen – und das, obwohl die Arbeitslosigkeit dort besonders hoch ist.

Die Stierhatz in Pamplona. dpa

Die Stierhatz in Pamplona.

MadridDie Bewohner eines Dorfes in Spanien wollen lieber ihr traditionelles Stiertreiben behalten als das eingesparte Geld in den Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu stecken. Wie spanische Medien am Montag berichteten, stimmten die Bewohner des Dorfes Guijo de Galisteo und seiner beiden Nachbargemeinden in der Extremadura im Südwesten des Landes am Sonntag darüber ab, ob das Spektakel dieses Jahr ausfällt und die dafür vorgesehenen 15.000 Euro stattdessen in öffentlich geförderte Arbeitsplätze gesteckt werden. 242 Dorfbewohner votierten für die Stierhatz und 181 für neue Arbeitsplätze.

Allerdings fiel das Abstimmungsergebnis in den drei Gemeinden höchst unterschiedlich aus: Während die Bewohner von Guijo für neue Jobs stimmten, wollen die Dörfchen Valrío und El Batán nicht auf das Stiertreiben verzichten. Nach Angaben von Bürgermeister Javier Antón sollen nun alle ihren Willen bekommen: Guijo darf 5000 Euro in neue Jobs stecken, während die beiden Nachbargemeinden denselben Betrag für ihr Stiertreiben ausgeben dürfen. In der Region liegt die Arbeitslosigkeit bei über 30 Prozent.

Wahl in Guijo de Gallisto: Bürgermeister Javier Anton Garcia zählt die Stimmen aus. Reuters

Wahl in Guijo de Gallisto: Bürgermeister Javier Anton Garcia zählt die Stimmen aus.

Indes kämpft Spaniens Regierung verzweifelt gegen die Krise und für mehr Arbeit. Dennoch ist die Lage hier gerade sehr düster. Die Arbeitslosenquote schnellte auf 24,3 Prozent. Selbst Griechenland kann mit 22 Prozent nicht mithalten. Das Land steckt mitten in der Rezession und versucht, den Schuldenberg abzubauen. Die öffentlichen Kassen sind leer, die Konjunktur lahmt, und letztlich könnte dem Land nichts anderes übrig bleiben, als Zuflucht unter dem Euro-Rettungsschirm zu suchen.

Das Stiertreiben wiederum wird zwar von Tierschützern immer wieder massiv kritisiert, ist aber gerade in den Dörfern Spaniens eine tief verankerte und beliebte Tradition. Besonders im nordspanischen Pamplona setzen immer wieder Einheimische und Touristen ihr Leben aufs Spiel. Hier ist das Spektakel der Höhepunkt des Volksfestes zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín.

Von

afp

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

SPANIEN_NEIN_DANKE

04.06.2012, 13:47 Uhr

Unglaublich diese Spanier!!!

Was interessiert es die Spanier???

Ab Juli dürfen wir Deutschen permanent zahlen dank ESM!

Immer mehr Steuern, Abgaben und Kürzungen damit unsere Freunde im Süden die Zinsen an die Bankster weiter zahlen können.

Es geht übrigens immer nur um die Zinszahlungen an die privaten Banken!

Staaten verschulden sich zu 97% bei privaten Banken!!!

Warum sprechen die Medien von Investoren und nicht privaten Banken?

Der zweitgrößte Ausgabenposten im Bundeshaushalt ist Zinszahlungen!!!
( Und der wird jedes Jahr größer wegen dem Zinseszins )

Bei den anderen Ländern sieht es genau so aus.

Spanien zahlt in diesem Jahr 29.000.000.000 Euro nur an Zinsen!!! ( Das sind jeden Tag ca. 80 Mil. an Zinsen! )

Im Grunde sind alle Regierungen nur Zinseintreiber für die privaten Banken!!!

Wenn die Griechen, Spanier, etc. die Zinsen für Ihre Kredite nicht mehr zahlen können, zahlen es ab Juli die Deutschen dank ESM!

Was ist eigentlich der ESM?

Hier eine Erklärung in 4 min.

http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0&feature=share

www.wissensmanufaktur.net

Account gelöscht!

04.06.2012, 13:57 Uhr

So ein Artikel, zu einem Zeitpunkt wo es um die Glaubwürdigkeit Spaniens geht, finde ich ausgesprochen propagantistisch.
Wieviele Arbeitsplätze sollen denn die 15.000 Euro schaffen? Wieviele gehen verloren wenn das Volksfest abgeschafft wird?
Selbstverständlich ist dieses Dorf stellvertretend für alle Spanier und ganz Spanien zu sehen!
Alles Torreros und Siestaschläfer...

Ramon.Galuptra

04.06.2012, 14:20 Uhr

Was für eine üble Stimmungsmache!
15.000 EUR sollen eingespart werden und wieviel gehen durch den Ausfall der Veranstaltung verloren? Wieviel Touristen fallen weg?
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich lehe diese unwürtigen Veranstaltungen ab, aber dieser Bericht hat nur ein Ziel: Stimmung gegen Spanien zu machen. Das Spiel hat schon gegen die Griechen gut funktioniert.

Die europäischen Völker werden gegeneinander aufgehetzt!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×