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13.07.2013

15:54 Uhr

Traditionsveranstaltung

Massensturz bei Stierhatz in Pamplona

Dass sich Mensch und Stier bei der alljährlichen Veranstaltung in Nordspanien näherkommen, ist normal. Verletzte auch. Ein Massensturz ist jedoch die Ausnahme. Die Geistesgegenwart eines Ordners verhindert Schlimmeres.

Die Stiere bahnen sich ihren Weg in die Arena. Bei der Szene gab es mehrere Verletzte. Reuters, Sascha Rheker

Die Stiere bahnen sich ihren Weg in die Arena. Bei der Szene gab es mehrere Verletzte.

PamplonaSchreckensszenen bei der traditionellen Stierhatz in Pamplona: Bei einem Massensturz von Läufern und Stieren sind in der nordspanischen Stadt am Samstag 23 Menschen verletzt worden, vier davon schwer. Am Eingangstor zur Stierkampfarena waren vor der Ankunft der Kampfstiere nach Schätzung von Augenzeugen etwa 150 bis 200 Menschen übereinander gestürzt. Offensichtlich hatten zu viele Leute versucht, im letzten Augenblick in die Arena zu laufen.

Der Einlasstunnel unterhalb der Tribüne wurde so zu einer gefährlichen Falle. Die Stiere, die in die Arena getrieben werden sollten, rannten in die Menschenmenge. Für einige dramatische Sekunden bildete sich ein Knäuel von Menschen und Tieren. Glücklicherweise betrachteten die Kampfstiere die auf dem Boden liegenden Leute nicht als Gegner und schlugen nicht mit den spitzen Hörnern um sich. Die Tiere waren offensichtlich nur darauf bedacht, sich ihren Weg nach vorn zu bahnen.

Ein Angestellter hatte die rettende Idee, ein Seitentor zu öffnen. Auf diese Weise gelangten die Stiere durch einen Gang unterhalb der Publikumsränge in das Rund der Arena. Dadurch wurde nach Ansicht von Fernsehkommentatoren eine mögliche Tragödie verhindert. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden 21 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Viele von ihnen hatten bei dem Massensturz Quetschungen erlitten. Ein 19-jähriger Baske schwebte in Lebensgefahr.

Der Zwischenfall wurde darauf zurückgeführt, dass wegen des Wochenendes der Andrang bei dem Stiertreiben zu groß war. Bei dem traditionellen Fest zu Ehren des Schutzheiligen der nordspanischen Region Navarra werden in Pamplona gut eine Woche lang an jedem Morgen Kampfstiere in die Arena getrieben, in der am Abend Stierkämpfe stattfinden. Hunderte von Menschen laufen über die 825 Meter lange Strecke durch die Altstadt vor den Stieren her. Bei Mutproben werden jedes Jahr Dutzende Läufer verletzt. Die diesjährigen Stiertreiben gehen an diesem Sonntag zu Ende.

Seit Beginn des San-Fermín-Festes am vergangenen Sonntag mussten bereits 55 Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden. Vor allem junge Männer suchen bei dem Spektakel den Nervenkitzel, wenn sie vor den Stieren durch die Straßen rennen.

Kommentare (6)

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Wolffreund

13.07.2013, 14:23 Uhr

Was für ein barbarisches Spektakel. Die EU mischt sich doch sonst in alles ein, aber so eine Tierquälerei, die so nebenbei auch noch Menschenleben in Gefahr bringt, wird geduldet. Unbegreiflich!

Account gelöscht!

13.07.2013, 14:39 Uhr

Solange genug Idioten mitmachen und sich versuchen mit Stieren zu messen?
Viele sind hier auch dagegen, und fahren erst garnicht hin. Je mehr das tun würden, umso schneller wäre es vorbei.
Nach der EU rufen wenn einem persönlich paßt, ist ja auch was Nettes. Hunde aussetzen ist auch verboten, geschieht aber gerade jetzt in der Urlaubszeit zuhauf.

Wolfsfreund

13.07.2013, 15:00 Uhr

"Hunde aussetzen ist auch verboten, geschieht aber gerade jetzt in der Urlaubszeit zuhauf."
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Erinnern Sie mich nicht daran. Da bekomme ich "so einen Hals" wie man so schön sagt. Ich hab 4 Pelzgesichter = Familienmitglieder. Aussetzen? Alleine bei dem Gedanken wird mir übel.

Was diese Stierhatz angeht, haben Sie natürlich recht. Solange dieses rohe Spektakel Massen von Touristen und Teilnehmern anzieht, die letztlich auch kräftig Geld in der Region lassen, solange wird sich kaum was ändern. Auf die EU kam ich, weil die sich ja sonst in alles einmischt, von der Gurkenkrümmung bis hin zur Glühbirne, oft ohne Sinn und Verstand. Nur da, wo es vielleicht mal Sinn machen würde, da hält sie sich vornehm zurück. Ein Schelm, wer dabei nicht an finanzielle Interessen denkt.

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