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23.01.2016

16:06 Uhr

Tragödie an kanadischer Schule

Vier Tote nach Schießerei an kanadischer Schule

Nach der Schießerei an einer Schule in Kanada sitzt der Schock tief. In einer abgelegenen Gemeinde von Ureinwohnern tötete ein Mann vier Menschen. Der Verdächtige ist gefasst, das Motiv noch unklar.

Das Dene Highschool-Gebäude der La Loche Community School in La Loche, Saskatchewan, Kanada. Ein Unbekannter hat in der Schule um sich geschossen und vier Menschen getötet. dpa

Amoklauf in Kanada

Das Dene Highschool-Gebäude der La Loche Community School in La Loche, Saskatchewan, Kanada. Ein Unbekannter hat in der Schule um sich geschossen und vier Menschen getötet.

TorontoEin Mann hat im Norden Kanadas an einer Oberschule und einem nicht näher beschriebenen Ort vier Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen, wie Premierminister Justin Trudeau am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Nacht zu Samstag mitteilte. Das Motiv für die Tat blieb zunächst im Dunkeln. In der abgelegenen Gegend leben überwiegend kanadische Ureinwohner von der Volksgruppe der Dene. Schießereien an Schulen sind in Kanada selten.

In dem Ort La Loche in der Provinz Sasketchwan fielen nach Angaben des Premierministers sowohl an einer Oberschule als auch an einem anderen Ort Schüsse. Zum zweiten Schauplatz nannte Trudeau jedoch zunächst keine Details. „Das ist der schlimmste Alptraum aller Eltern“, sagte er. Zunächst hatte er von fünf Toten gesprochen, doch korrigierte die Polizei die Opferzahl später herunter.

An der Schule in La Loche lernen Siebt- bis Zwölfklässler. Das Gebäude wurde abgeriegelt. Polizeichefin Maureen Levy sagte, vor der Schule sei der Schütze festgenommen worden. Details zu dem Verdächtigen nannte sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Auch die genaue Zahl der Verletzten sei noch unklar. Trudeau hatte von zwei Menschen in kritischem Zustand gesprochen.

Der Anwohner Kevin Janvier sagte der Nachrichtenagentur AP, seine 23-jährige Tochter, eine Lehrerin, sei von dem Angreifer erschossen worden. Die Polizei habe ihn zudem darüber informiert, dass der Verdächtige zu Hause zunächst auf seine zwei Brüder gefeuert habe, ehe er sich auf dem Weg zur Schule gemacht habe. „Ich bin so traurig“, sagte Janvier. Ob der Schütze seine Tochter gekannt habe, wisse er nicht.

In der Oberschule war der 16-Jährige Noel Desjarlais-Thomas nach dem Mittagessen gerade auf dem Weg zurück ins Klassenzimmer, als seine Freunde an ihm vorbeigestürmt seien. „Renne, Bruder, renne!“, hätten sie ihm zugerufen. „Und dann habe ich diese Schüsse auch gehört, und bin dann natürlich auch gerannt.“

Der Regierungschef von Saskatchewan, Brad Wall, zeigte sich bestürzt über die Bluttat. „Worte können meinen Schock und Kummer über die schrecklichen heutigen Ereignisse in La Loche nicht ausdrücken“, teilte er mit.

Bobby Cameron, Vorsitzender des Vereinigung der Ureinwohner in Saskatchewan, sprach von der schlimmsten Tragödie, die die Gemeinde je heimgesucht habe. „So etwas hätte man sich hier nie vorstellen können. Die ganze Gemeinde, die Provinz und das Land sind getroffen und wir tragen alle Trauer.“

Von

ap

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