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07.01.2017

10:06 Uhr

Tragödie in Florida

Schütze an Flughafen war offenbar psychisch krank

Ein Schütze tötet am internationalen Flughafen von Fort Lauderdale fünf Menschen. Die Tatwaffe trug er offenbar in seinem Gepäck bei sich – legal. Laut seinen Angehörigen war der Irak-Veteran psychisch krank.

Der Mann der an dem kalifornischen Flughafen fünf Menschen tötete, war nach Angaben von Angehörigen psychisch krank. AP

Fort Lauderdale

Der Mann der an dem kalifornischen Flughafen fünf Menschen tötete, war nach Angaben von Angehörigen psychisch krank.

Fort LauderdaleNach den tödlichen Schüssen an einem Flughafen in Florida gibt es weitere Details zum mutmaßlichen Schützen. Der Verdächtige habe dem FBI im November gesagt, dass die Regierung seinen Verstand kontrolliere und ihn zwinge, Videos der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschauen, teilte ein Beamter mit. Die Familie des Mannes berichtete von psychischen Problemen des Irak-Veterans. Zum Motiv für die Bluttat wird indes weiter ermittelt. Ob es sich um Terrorismus oder das Werk eines „geistig Verwirrten“ handele, müsse sich erst noch zeigen, sagte der Senator von Florida, Bill Nelson.

Ihm zufolge handelt es sich bei mutmaßlichen Schützen um einen 26 Jahre alten Mann aus Anchorage in Alaska, bei dem ein Militärausweis gefunden worden sei. Nach Behördenangaben soll er nach seiner Ankunft auf dem Flughafen von Fort Lauderdale am Freitag an einem Gepäckband das Feuer eröffnet und fünf Menschen erschossen haben. Acht weitere wurden verletzt.

„Die Leute haben angefangen zu schreien und versuchten, aus jeder möglichen Tür herauszukommen oder sich unter den Stühlen zu verstecken“, sagte Augenzeuge Mark Lea dem Sender MSNBC. Der Täter habe wahllos um sich geschossen und nichts gesagt, als er an den Gepäckbändern auf- und abgegangen sei. Er habe zwischen dem Gepäck hindurchgeschossen, um Menschen zu treffen, die sich versteckt hätten, sagte Lea.

Der gesamte Flughafen wurde vorübergehend gesperrt. Behörden und Augenzeugen berichteten, der Schütze habe nach seiner Tat seine Waffe auf den Boden geworfen und sich mit ausgestreckten Armen und Beinen hingelegt. Er wurde festgenommen.

Am Donnerstagabend sei der Verdächtige in Anchorage an Bord einer Maschine von Delta Airlines gestartet, nach einem Zwischenstopp in Fort Lauderdale gelandet, sagte der Polizeichef des Flughafens von Anchorage, Jesse Davis. Demnach checkte er ein einziges Gepäckstück ein, in dem sich seine Pistole befand. Das Mitführen einer Waffe ist in den USA unter Auflagen möglich, solange sie aufgegeben, entladen und in einem Hartschalenbehälter verschlossen wird

In Fort Lauderdale angekommen, sei der Verdächtige dann mit seiner Tasche auf die Toilette gegangen, habe sie dort durchgeladen und das Feuer eröffnet, sagte Chip LaMarca, ein Behördenvertreter im Bezirk Broward County. „Wir wissen nicht, warum.“

Der Bruder des Verdächtigen, Bryan S., sagte der Nachrichtenagentur AP später, er habe sich in Alaska in psychiatrischer Behandlung befunden. Nach Angaben der Nationalgarde von Puerto Rico war er 2010 für ein Jahr im Irak stationiert. Später sei er der Nationalgarde von Alaska beigetreten. Dort fehlte er aber nach Pentagonangaben einige Male unentschuldigt und wurde schließlich degradiert und später entlassen.

Seine Tante Maria Ruiz sagte dem Blatt „The Record“, ihr Neffe habe nach seiner Rückkehr aus dem Irak mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt. „Es war so, als ob er den Verstand verloren hätte“, sagte sie. „Er sagte, er sehe Dinge.“

US-Präsident Barack Obama wurde über die Schießerei von seinem Heimatschutzberater informiert. Sein gewählter Nachfolger Donald Trump schrieb auf Twitter, er beobachte „die schreckliche Situation in Florida.“

Von

ap

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