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02.01.2007

21:40 Uhr

Trauerfeier für ehemaligen Präsidenten

USA nehmen Abschied von Gerald Ford

Die USA haben sich am Dienstag mit einem Staatsakt von ihrem ehemaligen Präsidenten Gerald Ford verabschiedet. An der Feierstunde in der National Cathedral in Washington nahmen der amtierende Präsident George W. Bush und drei seiner Vorgänger teil: sein Vater George Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter.

Staatsakt für Ex-Präsident Gerald Ford in Washington. Foto: ap

Staatsakt für Ex-Präsident Gerald Ford in Washington. Foto: ap

HB WASHINGTON. Anschließend wurde der Sarg zum Luftwaffenstützpunkt Andrews gebracht und zur Beisetzung nach Michigan geflogen. Dabei spielte eine Militärkapelle das Lied „Going Home“.

Zu Beginn der Zeremonie geleitete Bush Fords Witwe Betty zu ihrem Platz in der riesigen Kathedrale. In der vorderen Reihe nahmen die Richter des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten Platz. Im Angesicht des mit der amerikanischen Flagge bedeckten Sarges erinnerten die Redner immer wieder an die Bescheidenheit Fords, der sich mit einer Karriere als Kongressabgeordneter zufrieden gegeben habe, bis ihn die Geschichte in das höchste Amt der USA berufen habe. „In Präsident Ford hat die Welt das Beste von Amerika gesehen“, sagte Bush.

Sein Vater George lockerte den Staatsakt mit einer scherzhaften Erinnerung an die Leistungen des Verstorbenen als Golfspieler auf: Ford habe gewusst, dass er sich verbessert habe, als er weniger Zuschauer getroffen habe als vorher. Henry Kissinger, der unter Ford Außenminister war, würdigte dessen Beitrag zur Rüstungskontrolle und seine Bemühungen um Frieden im Nahen Osten.

Zu Ehren des Verstorbenen blieben die meisten Behörden am Dienstag ebenso geschlossen wie die New Yorker Börsen. Auch in Deutschland blieben Botschaft und Konsulate geschlossen. Dem Nationalen Trauertag gingen zwei Tage voraus, an denen tausende von Amerikanern an dem in der Rotunde des Kapitols aufgebahrten Leichnam vorbeizogen. Die Beisetzung findet am Mittwoch in Grand Rapids in Michigan statt, wo Ford aufwuchs.

Ford starb am Dienstag vergangener Woche im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Kalifornien. Er war der einzige US-Präsident, der niemals ins Amt gewählt wurde. 1974 löste er den wegen der Watergate-Affäre zurückgetretenen Richard Nixon ab. 1976 verlor er die Präsidentschaftswahl gegen Jimmy Carter und musste im Januar 1977 abtreten. In seine kurze Amtszeit fiel das Ende des Vietnamkriegs, der 1975 mit der Niederlage der USA endete.

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