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19.09.2013

23:30 Uhr

Tropenstürme

Mindestens 97 Tote bei Unwettern in Mexiko

Hurrikan „Ingrid“ und Tropensturm „Manuel“ hinterlassen in Mexiko eine Spur der Verwüstung. Ganze Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Auch deutsche Touristen sitzen fest. Die Opferzahlen steigen.

Naturgewalten fordern mindestens 80 Todesopfer

Hurrikan Manuel wütet in Mexiko

Naturgewalten fordern mindestens 80 Todesopfer: Hurrikan Manuel wütet in Mexiko

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Mexiko-StadtBei den schweren Unwettern in Mexiko steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Bislang seien 97 Menschen ums Leben gekommen, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, am Donnerstag im Fernsehsender Foro TV. Weitere 68 Menschen würden noch immer vermisst, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong im Sender Radio Formula. Die meisten Opfer registrierten die Behörden in den Bundesstaaten Guerrero im Westen und Veracruz im Osten des Landes.

Unterdessen ist Hurrikan „Manuel“ am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über den Nordwesten von Mexiko hinweggezogen. Starker Regen ließ im Bundesstaat Sinaloa die Flüsse über die Ufer treten, Bäume stürzten um und Stromleitungen wurden gekappt.

Teile der Ortschaft San Ignacio waren von der Außenwelt abgeschnitten, wie örtliche Medien meldeten. Mehrere Dörfer seien evakuiert und rund 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden, berichtete die Zeitung „El Universal“. Auch in den Nachbarstaaten Nayarit, Sonora, Chihuahua und Durango sowie im Süden von Baja California sei mit heftigen Niederschlägen zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.

In den vergangenen Tagen hatten heftige Tropenstürme im Osten und Westen Mexikos schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens 81 Menschen seien bislang ums Leben gekommen, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Donnerstag im Radiosender MVS. Landesweit wurden demnach 49 000 Menschen in Sicherheit gebrach.

Überschwemmung: Wie verhalte ich mich richtig?

Wie schützt man Gefährdete sowie Hab und Gut?

Bei einer drohenden Überschwemmung ist es wichtig, sich zunächst ein aktuelles Bild der Lage zu machen, sei es durch Rundfunk, Fernsehen oder Internet. Als erstes sollten gefährdete Personen alarmiert und evakuiert werden. Wer auf Rettungsdienste wartet, darf wegen der Unterspülungs- und Abbruchgefahren auf keinen Fall Uferbereiche betreten. Auf überfluteten Straßen können gefährliche Gegenstände treiben. Betroffene sollten darauf achten, dass Fenster sowie Balkon- und Verandatüren geschlossen sind. Heizungen und elektrische Geräte im Keller sollten ausgeschaltet und gefährdete Räume mit Brettern abgedichtet werden. Auch Sandsäcke bieten Schutz. Wertvolle Gegenstände und Dokumente sollten in Sicherheit gebracht und gefährliche Stoffe wie Chemikalien abtransportiert werden, bevor die Flut einsetzt.

Welche Versicherung zahlt?

Die Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie beispielsweise die Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks übernimmt eine Wohngebäudeversicherung mit entsprechender Elementardeckung. Diese muss vom Kunden zusätzlich abgeschlossen worden sein. In den meisten Regionen Deutschlands ist dies kein Problem. Nur rund ein Prozent der in Deutschland stehenden Gebäude sind nicht versicherbar, weil sie fast jedes Jahr „im Wasser“ stehen. Die Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für das beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf. Sollte durch Starkregen das Grundstück überflutet werden oder Wasser unter der Eingangstür durchlaufen und die Garderobe, den Wohnzimmerschrank oder das Sofa beschädigen, ersetzt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Mobiliars. Die Elementardeckung deckt nicht nur das Risiko der Überschwemmung durch Gewässer ab, sondern auch durch Starkregen und Rückstau. Daher ist diese Zusatzversicherung auch für Kunden wichtig, die fern von Gewässern leben. Läuft ein Fluss über das Ufer und setzt das eigene Auto unter Wasser, tritt die Voll- oder Teilkaskoversicherung ein. Der Schadensfreiheitsrabatt der Vollkaskoversicherung wird hierbei nicht belastet.

Was tun nach einem Schadenfall?

Nach einer Überschwemmung gilt es, das Ausmaß des Schadens zu begrenzen und so schnell wie möglich den Normalzustand wiederherzustellen. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten:

• Erreichte Wasserstände sollten markiert und Schäden dokumentiert werden.

• Wichtig ist, den Schaden beispielsweise durch Abpumpen des Wassers, Reinigung und Trocknung des Gebäudes sowie der durchnässten Einrichtung so gering wie möglich zu halten.

• Bevor elektrische Geräte wieder in Gang gesetzt werden, sollten Betroffene diese überprüfen lassen, da im schlimmsten Fall Lebensgefahr bestehen kann.

• Die Versicherung benötigt Informationen über Verluste und voraussichtliche Kosten so schnell wie möglich. Es wird unbedingt geraten, zerstörte oder beschädigte Gegenstände erst nach Rücksprache zu entsorgen.

Wichtig bei Kfz-Schäden

Sollte das Kraftfahrzeug überflutet worden sein, helfen folgende Hinweise:

• Betroffene sollten das Wasser aus dem Fahrgastraum ablaufen lassen, indem sie die Fahrzeugtüren und den Kofferraum öffnen. Bei einigen Fahrzeugmodellen sind spezielle Auflochbohrungen vorhanden.

• Lose Fahrzeuginnenteile wie Fußmatten oder Bezüge können entfernt und an der Luft getrocknet werden. Trocknungsversuche mit Hilfsmitteln wie etwa einem Fön sind gefährlich und sollten unterlassen werden. Auch sollte die Innenverkleidung nicht ausgebaut werden, da sie verzieht und später nicht mehr eingebaut werden kann.

• Auf keinen Fall darf der Motor eines überschwemmten Fahrzeugs gestartet werden.

• Ein Fachmann muss die Batterie abklemmen.

Datenrettung nasser Datenträger

Voraussetzung für eine erfolgreiche Datenrettung nasser Datenträger ist schnelles Handeln. Im Inneren von Festplatten befindet sich nicht wie weitläufig angenommen ein Vakuum, sondern staubfreie Luft. Bei thermischen Veränderungen wird sogar über einen gefilterten Schneckengang Luft von der Außenwelt angesaugt oder in die Umgebung abgegeben. Wird eine Festplatte lange Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, kann Wasser in das Innere der Festplatte vordringen. Am besten wickelt man die noch nassen Festplatten mit einem feuchten Tuch ein und verpackt sie in einem Plastikbeutel luftdicht. Keinesfalls dürfen die Festplatten unter Strom gesetzt oder mit einem Fön getrocknet werden. Unkontrolliertes Trocknen kann zu Korrosion führen, wodurch die Datenrekonstruktion erheblich erschwert wird.

Wichtig sind bei der Schadenmeldung folgende Daten

• Versicherungsscheinnummer

• Was ist beschädigt und in welchem Umfang?

• Eine erste Schätzung zur Schadenhöhe

• Gegebenenfalls Fotos vom Schaden, aus denen der Schadenumfang hervorgeht

• Telefonnummer für Rückfragen

Vorbeugender Überschwemmungsschutz

Wer in einem durch Überschwemmung gefährdeten Gebiet wohnt, muss grundsätzlich besondere Vorsicht walten lassen: Bei einer Überschwemmung können Heizöltanks lecken und erhebliche Schäden an Gebäuden, Hausrat, Gewässern und Nutzflächen anrichten. Behälter und Rohrleitungen sollten von vornherein gegen Aufschwimmen, Zutritt von Wasser über Befüll-, Entlüftungs- und sonstige Öffnungen sowie gegen Beschädigungen durch Treibgut und Wasserdruck gesichert werden. Wie man das am besten macht, ist in der jeweiligen Verordnung über Anlagen zum Umgang mit Wasser gefährdenden Stoffen (VAwS) der Bundesländer geregelt. Wer ein Haus baut, sollte sich bewusst sein, dass man Schäden durch Überschwemmung auch mit baulichen Maßnahmen entgegenwirken kann. Das Gesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vom Mai 2005 verpflichtet erstmals bundesweit einheitlich jeden, „der von Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und zur Schadensminderung zu treffen“.

Quelle

Datenrettung Attingo.at/ Allianz Deutschland AG

Im besonders stark betroffenen Bundesstaat Guerrero an der Pazifikküste wurden noch 58 Menschen vermisst, wie Präsident Enrique Peña Nieto sagte. Aus dem abgelegenen Dorf La Pintada seien 337 Menschen von den Rettungskräften geborgen worden, sagte Osorio Chong. Bei einem Erdrutsch waren dort am Sonntag 30 Häuser verschüttet worden. Tagelang war die Ortschaft von der Außenwelt abgeschnitten.

In Mexiko-Stadt richtete das Rote Kreuz eine Sammelstation für Spenden ein. Die Bewohner der Hauptstadt wurden aufgerufen, Lebensmittel und Hygieneartikel für die Bewohner der Katastrophengebiete abzugeben.

Die Streitkräfte setzen ihre Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten unterdessen fort. Die Behörden hofften, bis Freitag zumindest die Autopista del Sol zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco wieder freizubekommen, um Hilfsgüter in den auf dem Landweg bislang abgeschnittenen Badeort bringen zu können.

Zunächst mussten allerdings Tausende Touristen Acapulco über eine Luftbrücke verlassen. Bis zum Donnerstagmittag (Ortszeit) wurden 11 500 Touristen mit Militär- und Linienmaschinen nach Mexiko-Stadt ausgeflogen, wie das Innenministerium mitteilte.

„Es halten sich auch einige wenige Deutsche in dem Katastrophengebiet auf“, sagt der Sprecher der deutschen Botschaft in Mexiko, Christoph Breunig. „Wir stehen mit ihnen in Kontakt.“

Der Großteil der Touristen stammt offenbar aus Mexiko-Stadt. Viele Menschen hatten das verlängerte Wochenende des mexikanischen Unabhängigkeitstags am Montag für einen Kurzurlaub genutzt. Zahlreiche Hotels in Acapulco waren nach dem Sturm ohne Strom und Wasser.

Heftige Regenfälle in Mexiko

Flughafen von Acapulco unter Wasser

Heftige Regenfälle in Mexiko: Flughafen von Acapulco unter Wasser

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Von

dpa

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