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29.08.2011

19:43 Uhr

Trüb, nass, öde

Das Ende eines Achterbahn-Sommers

Erst kalt, dann warm, dann verregnet, zwischendurch toben Gewitter übers Land. Sommer stellt man sich wahrlich anders vor. Und dennoch war es für Meteorologen der fünfzehnte zu warme Sommer in Folge.

Gummistiefel gehörten in diesem Jahr zum nahezu unverzichtbaren Sommer-Accessoire. dpa

Gummistiefel gehörten in diesem Jahr zum nahezu unverzichtbaren Sommer-Accessoire.

OffenbachKühl, verregnet, heiß und unwetterträchtig - all das trifft auf den Sommer 2011 zu. In der Bilanz des Deutschen Wetterdienstes fiel der Sommer 2011 unbeständig, trüb und bundesweit zu nass aus. Dennoch habe die Durchschnittstemperatur um ein halbes Grad über dem langjährigen Mittel gelegen, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag. Es sei der 15. zu warme Sommer in Folge gewesen.

Für die Meteorologen umfasst der Sommer die Monate Juni, Juli und August - wegen der einfacheren Datenerhebung. Im Kalender steht der Sommer vom 21. Juni bis Ende September, wenn Tag und Nacht exakt gleich lang sind.

Am heißesten war es in Rheinfelden im äußersten Südwesten am 22. August mit 36,7 Grad - es war der Beginn einer Hitzewelle, die mit heftigen Unwettern und einem Temperatursturz um über zehn Grad nach fünf Tagen zu Ende ging. In Koblenz wurde eine Frau von einem herabfallenden Ast erschlagen. Anfang Juni hatte es bei Bremen noch Bodenfrost gegeben. Der Juli war ein Regen-Monat und der erste Monat in diesem Jahr, der zu kühl ausfiel.

„Das Auf und Ab ist normal für den mitteleuropäischen Sommer“, sagte DWD-Klimatologe Gerhard Müller-Westermeier. Ungewöhnlich am Sommer 2011 sei, dass diesmal der Norden mehr Regen abbekommen habe als der Süden, sonst sei das umgekehrt. Die Temperaturabweichung sei wegen des kühlen Julis bei weitem nicht so stark ausgefallen wie in früheren Jahren - so sei etwa der Super-Sommer 2003 um 3,4 Grad zu warm gewesen.

Regen fiel reichlich: Im Schnitt 304 Liter auf jeden Quadratmeter, das entspricht 127 Prozent des Normalwerts. Unter dem Strich genügte das aber nicht, um das bundesweite Regendefizit des Dürre-Frühlings auszugleichen. Einige Regionen im Norden und Osten bekamen allerdings mehr als genug und sogar mehr als sonst im ganzen Jahr ab, etwa Rostock-Warnemünde, wo der DWD von Juni bis August 632 Liter pro Quadratmeter registrierte.

Das Jahressoll beträgt dort 589 Liter pro Quadratmeter. Der viele Regen ließ auf der Insel Rügen mehrmals Stücke der Kreidefelsen abbrechen und in die Ostsee stürzen, auf den Äckern versanken die Erntemaschinen im Schlamm.

Von

dpa

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