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17.04.2011

13:40 Uhr

Tsunami-Folgen

Japan kämpft mit der teuersten Katastrophe aller Zeiten

Die Tsunami-Katastrophe und ihre Folgen entwickeln sich für Japan zur teuersten Naturkatastrophe aller Zeiten. Und die aktuellen Prognosen zum Atomdesaster von Fukushima klingen wenig optimistisch.

Aufräumarbeiten nach dem Tsunami: Volkswirtschaftlich könnte sich das Desaster zur teuersten Naturkatastrophe aller Zeiten entwickeln. Quelle: dapd

Aufräumarbeiten nach dem Tsunami: Volkswirtschaftlich könnte sich das Desaster zur teuersten Naturkatastrophe aller Zeiten entwickeln.

Für den Wiederaufbau nach Erdbeben und Tsunami wird Japan nach Einschätzung der regierenden Demokratischen Partei nicht um Steuererhöhungen herumkommen. Zusätzliche Staatsanleihen müssten über höhere Steuern zurückgezahlt werden, sagte der Generalsekretär der Demokraten, Katsuya Okada.

Die japanische Regierung arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem ersten Sonderhaushalt über umgerechnet rund 33 Milliarden Euro zur Finanzierung der Folgeschäden von Beben und Tsunami. Die Ausgabe von neuen Anleihen ist hierbei nicht vorgesehen, wird aber bei Folgehaushalten wohl unvermeidbar sein.

Volkswirtschaftlich wird das Desaster voraussichtlich die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe aller Zeiten. Die Regierung hat die erwarteten direkten Kosten im März mit umgerechnet bis zu 220 Milliarden Euro angegeben – das entspricht rund zwei Drittel des deutschen Bundeshaushalts in einem Jahr.

Nach Einschätzung des Kraftwerksbetreibers Tepco werden die Probleme mit dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima frühesten im Herbst gelöst sein. Das Abkühlen der Reaktoren und der Brennstäbe sei innerhalb der nächsten drei Monate geplant. Danach werde das Herunterfahren der Anlagen weitere drei bis sechs Monate dauern. Das werde das AKW sichern sowie stabilisieren und die unmittelbare Krise beenden.

„Dies ist die größte Krise seit der Gründung unserer Firma“, sagte Verwaltungsratschef Tsunehisa Katsumata. Es sei schwierig, das Kraftwerk unter Kontrolle zu bringen und die damit verbundenen Probleme zu bewältigen. Katsumata sagte weiter, er denke an seinen Rücktritt, um die Verantwortung für die Katastrophe zu übernehmen.

Kommentare (4)

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17.04.2011, 10:44 Uhr

Was wollen sie machen ?
Um zu verhindern das Radioaktive Partikel in die Atmosphäre gelangen sollten sie den geschmolzenen Klumpen mit großen Ferngesteuerten Planierraupe ins Meer schieben .Da ist wenigstens die Kühlung Garantiert !

niemeyer11

17.04.2011, 11:54 Uhr

ein sehr tiefgehendes Interview über die Physik der Atomkraft gibt es hier: http://le-bohemien.net/2011/04/17/uber-die-physik-der-atomkraft-3/

Im dritten Teil des Interviews gibt der Physiker Janosch Deeg eine Einschätzung zum aktuellen Geschehen in Fukushima und gibt einen allgemeinen Überblick über Risiken und Gefahren der Atomkraft. Sehr lesenswert

Bill

17.04.2011, 12:01 Uhr

"Die USA helfen Japan unter anderem mit zehntausenden Soldaten und Rettungskräften sowie Atomexperten."
Was machen die zehntausende Soldaten? Oder sind die gemeint, die sowieso seit 1945 als Besatzung stationiert sind?

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