Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.11.2016

12:10 Uhr

Tsunami-Warnung aufgehoben

Schweres Erdbeben in Fukushima

Ein schweres Erdbeben hat die japanische Katastrophenregion Fukushima erschüttert. Das Beben der Stärke 6,9 löste eine Tsunami-Warnung aus. Die Flutwellen fielen jedoch geringer aus als erwartet.

Erdbeben in Japan

Starkes Beben erschüttert Fukushima-Region

Erdbeben in Japan: Starkes Beben erschüttert Fukushima-Region

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

TokioEin erneut schweres Erdbeben in der japanischen Katastrophenregion Fukushima ist glimpflich verlaufen. Tausende von Menschen brachten sich am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Sicherheit, als die Behörden eine Tsunami-Warnung ausgaben. Das Beben der Stärke 7,4 traf dieselbe Region, die am 11. März 2011 von einem deutlich schwereren Beben der Stärke 9,0 und einem gewaltigen Tsunami verwüstet worden war. 18 500 Menschen kamen damals ums Leben, im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi war es zu Kernschmelzen gekommen. Diesmal erreichten die Flutwellen lediglich eine Höhe von stellenweise über einem Meter. Größere Schäden blieben diesmal aus.

In der Atomruine Fukushima sowie anderen Reaktoren in der Region, die alle abgeschaltet sind, gab es nach Angaben der Betreiber keine weiteren Unregelmäßigkeiten. Auch die zunächst durch das Beben abgeschaltete Kühlung in einem Abklingbecken des Atomkraftwerks Fukushima Daini, das sich zwölf Kilometer südlich der Atomruine befindet, laufe wieder, meldete der japanische Fernsehsender NHK.

„Das Geräusch der Siren hat die Erinnerungen an das schwere Erdbeben (von 2011) wieder wach gerufen“, sagte die Japanerin Tomomi Nagakubo. Sie brachte sich und ihren 13-jährigen Sohn in der angrenzenden Provinz Ibaraki in Sicherheit. Auch andernorts fuhren Bewohner der Region am frühen Morgen in ihren Autos schnell weg von der Küste.

Der Nachrichtensprecher beim Sender NHK hatte die Bewohner der Region an der Pazifikküste am Morgen immer wieder mit erregter Stimme aufgefordert, sich sofort auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen. Sie sollten zudem noch Schlafende aufwecken. Tausende folgten der Aufforderung und suchten sofort Schutz in Schulen und anderen Notunterkünften. Man habe aus der Katastrophe von 2011 gelernt, hieß es in lokalen Medienberichten. Panik brach auch diesmal nicht aus.

Ein Dutzend Verletzte wurden gemeldet. Ein Brand in einer Forschungsanlage des Chemieunternehmens Kureha konnte demnach schnell gelöscht werden. Das japanische Fernsehen zeigte zudem aus den Regalen gefallene Waren eines Geschäfts. Einige Unternehmen, darunter einzelne Supermärkte stellten vorübergehend den Betrieb ein, andere öffneten später. Auch der Autokonzern Nissan ließ die Fertigung in einem Motorenwerk ruhen, da sich die Arbeiter in Sicherheit brachten. Das Verteidigungsministerium in Tokio schickte Flugzeuge und Hubschrauber in die Region, um nach Schäden Ausschau zu halten.

Der regionale Bahn- und Flugverkehr wurde vorübergehend beeinträchtigt. Dutzende Schulen blieben sicherheitshalber geschlossen. Es gab Berichte, wonach einzelne kleinere Boote gekentert sein sollen. Die Zentralregierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein. Nach Angaben der nationalen Wetterbehörde handelte es sich um ein Nachbeben der Erschütterung von 2011. Die Behörde warnte, dass es auch in den nächsten Tagen zu weiteren Nachbeben von ähnlicher Intensität kommen könne. Etwa eine Woche lang sollten die Bewohner der Küstenregion weiter erhöhte Wachsamkeit üben.

Auch in der rund 250 Kilometer entfernten Hauptstadt des Landes gerieten Häuser ins Schwanken. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 25 Kilometern unter dem Meer vor der Küste Fukushimas. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben betroffenen Länder der Welt. Im Frühjahr war erst der Süden des fernöstlichen Inselreiches getroffen worden. Dabei hatte es Tote und schwere Schäden gegeben.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.11.2016, 08:23 Uhr

Die Tsunamie Wellen fielen geringer aus als erwartet....als erwartet von WEM?
Von den Katastrophenmelde Medien und den Kernkraftgegner Medien....?

Herr Holger Narrog

22.11.2016, 09:15 Uhr

Kernkraftwerke sind sehr massiv gebaut. Die wesentlichen Teile sind aus Stahlbeton mit hohem Stahlanteil, bzw. hochlegierter Stahl. Sie sind vermutlich die erdbebensichersten Gebäude. Insofern sind diese von Erdbeben regelmässig am wenigsten betroffen.

Bei schweren Beben in Japan gab es Turbogeneratoren die sich verschoben hatten, Kabelpritschen die sich gelöst haben und ein Aufzug in einem Verwaltungsgebäude der abgestürzt ist.

Die Reaktorunfälle 2011 sind auf eine Flutwelle zurückzuführen. Die KKW in Fukushima waren sehr niedrig gelegen (ein grosser Fehler). Die Flutwelle hatte die Notstromversorgung die zum Betrieb der Kühlung notwendig ist zerstört. Die eigentlich notwendige Flutung der Sicherheitsbehälter der nicht mehr gekühlten Reaktoren, wurde obwohl 12 Stunden (Block1) und 3 Tage (Block 2+3) zur Verfügung standen, nicht vorgenommen.

Account gelöscht!

22.11.2016, 15:28 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×