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12.01.2006

14:26 Uhr

Türkei kündigt Berufung an

Papst-Attentäter nach fast 25 Jahren wieder auf freiem Fuß

Nach mehr als 25 Jahren Haft in italienischen und türkischen Gefängnissen ist der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca am Donnerstag freigelassen worden. Agca hatte 1981 auf dem Petersplatz in Rom Papst Johannes Paul II. angeschossen und schwer verletzt. Das Motiv liegt noch immer im Dunkeln. Die Türkei will gegen die Freilassung in Berufung gehen.

Mehmet Ali Agca: Der Papst-Attentäter wurde aus dem Gefängnis in Istanbul entlassen. Foto: dpa

Mehmet Ali Agca: Der Papst-Attentäter wurde aus dem Gefängnis in Istanbul entlassen. Foto: dpa

HB ISTANBUL. Der türkische Justizminister Cemil Cicek schloss am Donnerstag nicht aus, dass Mehmet Agca möglicherweise wieder inhaftiert werde. Die Türkei will gegen die Freilassung des Papst-Attentäters aus der Haft juristisch vorgehen.

Agca saß seit sechs Jahren in seinem Heimatland wegen eines Mordes in Haft, den er vor dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Mai 1981 begangen hatte. In Italien war er auf Wunsch des Papstes nach 19-jähriger Haft begnadigt worden. Johannes Paul II. hatte AGCA schon vorher verziehen und ihn auch im Gefängnis besucht. Die Hintergründe der Tat wurden nie geklärt. Immer wieder gab es Berichte, östliche Geheimdienste wie etwa der sowjetische KGB seien mit im Spiel gewesen.

Agca war zuvor aus dem Gefängnis freigekommen. Mit einem Polizeiauto wurde er durch das Gefängnistor im asiatischen Teil von Istanbul gefahren. Sympathisanten des 48-Jährigen warfen Blumen auf den Wagen. Weil der Türke bislang keinen Militärdienst geleistet hat, sollte er ins Musterungsbüro gebracht und in einer Militärklinik untersucht werden.

Agca hatte 1981 auf dem Petersplatz in Rom Papst Johannes Paul II. angeschossen und schwer verletzt. Der Papst vergab seinem Attentäter später. Nach fast 20-jähriger Haft in Italien wurde Agca 2000 an die Türkei ausgeliefert, wo er eine weitere Haftstrafe wegen Mordes und zweier Raubüberfälle verbüßen musste. Über das Motiv für seine Tat auf dem Petersplatz machte Agca stets widersprüchliche Angaben.

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