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08.10.2016

09:16 Uhr

Türkei

Selbstmordattentäter sprengen sich bei Ankara in die Luft

Zwei Selbstmordattentäter haben sich am Stadtrand des türkischen Ankara in die Luft gesprengt. Die Behörden verdächtigten umgehend die kurdische PKK. Beide Attentäter kamen ums Leben, ansonsten wurde niemand verletzt.

Ein Mann und eine Frau haben sich am Stadtrand der türkischen Hauptstadt in die Luft gesprengt. Sie planten angeblich einen Anschlag mit einer Autobombe. AP

Ankara

Ein Mann und eine Frau haben sich am Stadtrand der türkischen Hauptstadt in die Luft gesprengt. Sie planten angeblich einen Anschlag mit einer Autobombe.

AnkaraBei einem Polizeieinsatz am Stadtrand von Ankara haben sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Das Paar – ein Mann und eine Frau – sei verdächtigt worden, einen Autobombenanschlag in der türkischen Hauptstadt verüben zu wollen, sagte Gouverneur Erkan Topaca am Samstag. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Mann der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK angehört habe.

Bei der Explosion kamen die mutmaßlichen Attentäter ums Leben, ansonsten wurde niemand verletzt.

Die Kurden - ewiger Streit

Kurdengebiete

Das Kurdengebiet erstreckt sich vom Osten der Türkei über Syrien, bis in den Irak und Iran. Kurdische Nationalisten fordern seit jeher ein eigenes Staatsgebiet für die Kurden. Die Staaten in diesem Gebiet, allen voran die Türkei, lehnen das jedoch ab.

Tradition und Religion

Die Kurden sind eine Bevölkerungsgruppe mit einer eigenen Sprache, traditionellen Festen, Musik und Literatur und einer eigenen kurdischen Küche. Religiös sind die Kurden hingegen gespalten: Die Mehrheit der Kurden sind Sunniten. Daneben gibt es, wenn auch wenige, Schiiten, Jesiden, Christen und Juden.

Politik

In der Türkei, in Syrien und im Iran gründeten Kurden eigene Parteien, die jedoch zum Teil nur im Untergrund agieren können, da sie von den nationalen Regierungen unterdrückt werden. Die wohl bekannteste von ihnen ist die PKK in der Türkei. Nur die autonome Region Kurdistan, im Irak, hat ein eigenes Parlament und wählt ihren eigenen Präsidenten.

Türkei Konflikt

Der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK gilt als der längste Konflikt zwischen Kurden und der türkischen Regierung. Die PKK fordert seit ihrer Gründung im Jahr 1978 einen unabhängigen Kurdenstaat. Diesen versucht sie, zum Teil auch gewaltsam, durchzusetzen. Die Türkei lehnt einen autonomen Kurdenstaat ab und ging ihrerseits immer wieder militärisch gegen die PKK vor. Die PKK wird von der der Türkei, von den USA und von der EU als terroristische Vereinigung eingestuft.

Sport

Die beliebteste Sportart in der autonomen Region Kurdistan ist Fußball. Vor zehn Jahren gründete sich der kurdische Fußballverband „Kurdistan Football Association“, in dem heute 24 Mannschaften spielen. Außerdem gibt es eine kurdische Fußballauswahl, die von der FIFA jedoch nicht anerkannt wird und deshalb nicht an den Weltmeisterschaften teilnehmen darf.

Topaca sagte, die Polizei habe einen Tipp bekommen und habe versucht, die beiden festzunehmen. Die mutmaßlichen Attentäter, die sich auf einem Pferdehof im Bezirk Haymana versteckt hätten, wollten den Angaben zufolge jedoch nicht aufgeben. Die PKK hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Selbstmordattentaten ausgeführt.

Von

ap

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