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07.02.2014

21:41 Uhr

Türkisches Flugzeug

Flugzeug-Entführung während Olympia-Eröffnung fehlgeschlagen

War es ein versuchter Terroranschlag? Eine türkische Linienmaschine ist in Istanbul zur Landung gezwungen worden. Sie wurde von einem ukrainischen Passagier entführt und sollte Kurs auf Sotschi nehmen.

So eine Maschine der Pegasus-Airline wurde zur Landung gezwungen. dpa

So eine Maschine der Pegasus-Airline wurde zur Landung gezwungen.

IstanbulWährend der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi ist der Versuch zur Entführung einer türkischen Linienmaschine fehlgeschlagen: Die in der Ukraine gestartete Maschine wurde am Freitagabend von einem türkischen Kampfjet zur Landung in Istanbul gezwungen. Ein Regierungsvertreter bestätigte, ein ukrainischer Passagier habe gedroht, eine Bombe zu zünden, sollte die Maschine nicht Kurs auf Sotschi nehmen. Er wurde in Istanbul überwältigt.

Das ukrainische Außenministerium teilte nach Angaben der Agentur Interfax inzwischen mit, der Ukrainer sei zur Tatzeit stark angetrunken gewesen. Der Mann habe versucht, in das Cockpit der Passagiermaschine zu gelangen. Dabei habe er gerufen: „Wir fliegen nach Sotschi“, ergänzte ein Sprecher des ukrainischen Geheimdienstes. Der Mann war nach der Landung in Istanbul von der Polizei festgenommen worden.

Nach türkischen Medienberichten mussten die Passagiere auch Stunden nach der Landung an Bord der Maschine bleiben. Es blieb unklar, ob die Fluggäste am Freitagabend noch zum Geschehen in der Luft befragt wurden. Der Betrieb des Flughafens wurde am Abend nach einer Unterbrechung fortgesetzt. Die Motive des Mannes sind nach wie vor unklar.

Der Mann hatte Medienberichten zufolge angegeben, an Bord des Flugzeugs sei eine Bombe und er habe den Zünder. Er habe versucht, sich Zugang zum Cockpit zu verschaffen, doch habe der Pilot Alarm ausgelöst. Der türkische Staatssekretär für Verkehr, Habib Soluk, erklärte, der Ukrainer habe gedroht, das Flugzeug der Fluglinie Pegasus aus Charkiw mit 110 Passagieren an Bord in die Luft zu sprengen, sollte es nicht nach Sotschi fliegen, wo die Winterspiele eröffnet wurden.

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Nach der Auslösung des Alarms startete jedoch ein F-16-Kampfjet und zwang die Maschine zur Landung auf dem Sabiha-Gökcen-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul. Laut den Medienberichten durchsuchten Anti-Terror-Einheiten sämtliche Passagiere nach Sprengstoff. Wenig später wurde gemeldet, dass Sondereinsatzkräfte in das Flugzeug eingedrungen seien und den mutmaßlichen Luftpiraten festgenommen hätten.

Die Spiele in Sotschi finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Islamistische Rebellen im Nordkaukasus haben gedroht, während des Sportereignisses, das die größte internationale Veranstaltung in Russland seit dem Ende der Sowjetunion 1991 ist, Anschläge zu verüben. Die Drohung erhielt zusätzliche Dringlichkeit, als Ende Dezember in der Stadt Wolgograd nordöstlich von Sotschi zwei Bomben am Bahnhof und in einem Bus explodierten. Bei den Anschlägen wurden 34 Menschen getötet.

In der Ukraine gibt es seit Monaten teils gewaltsame Proteste gegen Präsident Viktor Janukowitsch, der sich am Abend ebenso wie zahlreiche weitere Staatsführer zur Eröffnungsfeier in Sotschi befand.

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