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21.12.2016

13:38 Uhr

Überlebender des Anschlags von Berlin

„Ich konnte aus den Trümmern krabbeln“

VonHannes Heine
Quelle:Tagesspiegel

Der Bundespräsident besucht die Verletzten nach dem Anschlag von Berlin im Virchow-Klinikum. Der „Tagesspiegel“ traf derweil einen der Überlebenden in einem Krankenhaus. Die Erzählungen lassen den Horror erahnen.

Gauck über Berlin-Opfer

„Wäre er am Rand stehen geblieben, wäre ihm nichts passiert“

Gauck über Berlin-Opfer: „Wäre er am Rand stehen geblieben, wäre ihm nichts passiert“

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BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat den Verletzten des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt die Anteilnahme der ganzen Nation übermittelt. „Die Menschen sollen spüren, dass sie nicht allein sind“, sagte Gauck am Mittwoch nach einem Besuch bei Verletzten im Virchow-Klinikum der Charité. Gauck dankte auch den Ärzten und Pflegekräften für ihren Einsatz.

In Gesprächen mit Verletzten sei er von ihrer Gefasstheit beeindruckt gewesen. „Ich habe sie an die Kräfte erinnert, die in ihnen sind“, sagte der Präsident. Unter anderem habe er mit einem Mann gesprochen, „der verletzt wurde, weil er geholfen hat“, sagte Gauck. Der Mann sei bei der Rettung der Verletzten von einem herabstürzenden Balken im Genick getroffen worden.

Im Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg liegt derweil René Köchel, ein freundlicher Mann, dessen Stimme sanft, fast schon schüchtern klingt. Kurz vor der nächsten Bluttransfusion kann Köchel für wenige Minuten ans Telefon – wohlgemerkt, an das klinikeigene Telefon im Krankenzimmer, nicht sein eigenes. Sein Handy, sagt Köchel, liegt noch unter den Trümmern am Breitscheidplatz: „Ich habe gerade Glühwein ausgeschenkt, da brettert der Laster auf uns zu“, sagt der 52-Jährige im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“.

Der Bundespräsident besuchte Verletzte in der Charité. AFP; Files; Francois Guillot

Joachim Gauck

Der Bundespräsident besuchte Verletzte in der Charité.

Köchel arbeitet seit den Neunzigern auf Weihnachtsmärkten. „Ich bin mit einer Kollegin zur Seite gesprungen“, sagt er, „da sehe ich die Räder vom Lkw ...“ Köchel berichtet, dass er stürzte und Sekunden später den Glühweinstand über sich zusammenbrechen sah. „Ich konnte dann rauskrabbeln, auch die Kollegin.“

Köchel wurde am Bein verletzt und hat Blut verloren. „Die Ärzte sagen, dass mit mir und der Klinik dauert erst mal eine Weile.“ Köchel ist alleinstehend, lebt in Berlin und stammt aus dem Spreewald. Seine Familie dort hat er schon informiert. „Die waren natürlich beunruhigt.“

Nach dem Anschlag an der Gedächtniskirche mit zwölf Toten waren etwa 50 Menschen in verschiedene Kliniken gebracht worden. Vier Patienten werden im Virchow-Klinikum behandelt. Schwere Verletzungen der unteren Gliedmaßen und im Beckenbereich seien die häufigsten Verletzungen, sagte der ärztliche Direktor, Ulrich Frei.

Kommentare (9)

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21.12.2016, 15:00 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
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21.12.2016, 15:48 Uhr

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Herr Max Marx

21.12.2016, 15:53 Uhr

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