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20.05.2014

14:31 Uhr

Überschwemmung auf dem Balkan

Serbien erwartet eine weitere Flutwelle

Ein Ende der Überschwemmungskatastrophe auf dem Balkan ist nicht in Sicht: Erneut mussten Tausende Menschen ihre Häuser verlassen. In Serbien wird eine neue Flutwelle erwartet, auch die Donau könnte über die Ufer treten.

BelgradKeine Atempause für die Bewohner der Flutgebiete in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien: In der Nacht zum Dienstag mussten erneut Tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Die kroatischen Behörden bestätigten inzwischen ein zweites Todesopfer. Insgesamt kamen bislang in den drei Ländern mindestens 47 Menschen ums Leben, einige werden noch vermisst. In Belgrad und anderen serbischen Städten entlang des Flusses Save wurde eine weitere Flutwelle erwartet, Einsatzkräfte arbeiteten mit Hochdruck daran, die Uferbefestigungen zu verstärken.

Die Flutkatastrophe gilt nach bosnischen Regierungsangaben als die schwerste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Schäden in der Landwirtschaft dürften sich nach einer Schätzung des Bauernverbands auf mehrere Milliarden Euro belaufen.

Die Gefahr von hochgespülten Minen besteht weiter. Alma Al-Osta, Expertin für Landminen bei der Organisation Handicap International, rief die Menschen zur Vorsicht auf. „In überfluteten Gebieten wissen wir also nicht mehr, wo Minen zu finden sind, und wir wissen auch nicht, wo und wie wir danach suchen sollen. Zwei Ratschläge werden derzeit an die Bevölkerung ausgegeben: Wenn sie ihre Häuser und Wohnungen säubern, müssen sie sehr vorsichtig sein - und sie sollen nicht durchs Wasser waten“, sagte Al-Osta in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

In Kroatien überschwemmte die Save mehrere Dörfer, in Bosnien-Herzegowina mussten etwa 11.000 Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Etwa eine Million der 3,8 Millionen Einwohner des Landes ist Behördenangaben zufolge von den Überschwemmungen betroffen. Hunderte Erdrutsche verursachten zusätzliche Zerstörung.

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