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04.01.2011

09:38 Uhr

Überschwemmungen in Australien

Krokodile, Schlangen – und nun Plünderer

Die australische Stadt Rockhampton ist komplett vom Hochwasser eingeschlossen. Die Fluten richten nicht nur starke Schäden an, in den Straßen tummeln sich mittlerweile auch Krokodile und giftige Schlangen. Die Einwohner beeindruckt das, trotz Warnungen der Behörden, allerdings wenig – denn sie verteidigen ihre Häuser.

In Rockhampton steigt das Wasser noch immer. dpa

In Rockhampton steigt das Wasser noch immer.

HB SYDNEY/MANILA. Aus Angst vor Plünderern harren die Einwohner der überschwemmten Küstenstadt Rockhampton in Australien in ihren Häusern aus. Obwohl in vielen Straßen das Wasser mehr als einen Meter hoch steht, hätten nur rund 500 der 75 000 Einwohner ihre Häuser verlassen und seien vorübergehend zu Freunden gezogen, sagte Bürgermeister Brad Carter am Dienstag. Das Hochwasser im Fluss Fitzroy, der mitten durch die Stadt führt, stieg am Dienstag weiter an. Erst am Mittwoch sollte der Höchststand erreicht werden.

Nur ein paar Dutzend Rockhamptoner sind nach Angaben des Bürgermeisters in die bereitgestellten Notunterkünfte gegangen. „Ich bewege mich keinen Schritt“, sagte Geoff Sanderson, bis zur Brust im Wasser, vor seinem Haus zu Reportern. „Ich habe das schon öfter erlebt.“ Der Fitzroy ist seit 1978 fünf Mal über die Ufer getreten, allerdings waren die Überschwemmungen nie so schlimm wie dieses Mal. Die Polizei warnte, dass sie auch zwangsweise evakuiere, wenn die Sicherheit der Menschen nicht gewährleistet werden kann. Viele Bürger haben allerdings Angst, dass Plünderer ihre Häuser ausräumen.

Die australischen Behörden haben die Einwohner der überschwemmten Stadt Rockhampton derweil dazu aufgefordert, sich vom Wasser fernzuhalten. Während der Pegel am Dienstag weiter stieg, blieb der 75 000 Einwohner zählende Ort von der Außenwelt weitgehend abgeschlossen. Das Risiko, so die Warnung, bestehe nicht nur darin, vom Wasser fortgerissen zu werden. Auch Schlangen, Trümmer und sogar Krokodile stellten eine Bedrohung dar.

Die Küstenstadt ist nach den verheerendsten Überschwemmungen in Australien seit 50 Jahren weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Manche Messstationen meldeten Pegelstände von 9,2 Metern. An der einzigen noch passierbaren Straße stand das Wasser nur noch knapp Zentimeter unter der Fahrbahn, sagte Polizeichef Ian Stewart. „Wenn der Pegel wie erwartet 9,4 Meter erreicht, wird die Straße unter Wasser stehen“, sagte er.

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