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17.03.2006

10:11 Uhr

Ultimatum

Streit um neues World Trade Center eskaliert

Um den Neubau des World Trade Centers in New York ist ein Streit ausgebrochen. Der New Yorker Hafenbehörde Port Authority, und der Pächter Larry A. Silverstein können sich nicht einigen, wer welche Gebäude errichten soll.

Auf dem 65 000 Quadratmeter großem Geländer in New York soll ein Denkmal für die Opfer entstehen.

Auf dem 65 000 Quadratmeter großem Geländer in New York soll ein Denkmal für die Opfer entstehen.

HB NEW YORK. Um den Neubau des World Trade Centers in New York ist ein neuer Streit ausgebrochen. Der Eigentümer des Grundstückes, die New Yorker Hafenbehörde Port Authority, und der Pächter Larry A. Silverstein können sich nicht einigen, wer welche Gebäude errichten soll. Der Gouverneur des Bundesstaates New York, George Pataki, setzte Silverstein nun ein Ultimatum: Er soll wie versprochen im April mit dem Bau des 2,3 Mrd. Dollar teuren Freedom Tower beginnen oder sich ganz aus dem Projekt zurückziehen.

Auf dem 65 000 Quadratmeter großen Gelände des am 11. September 2001 von Terroristen zerstörten World Trade Centers sollen außer einem Denkmal für die Opfer, einem Museum und einem neuen U-Bahnhof eine Reihe von Bürohochhäusern entstehen. Die Kosten für die Bürotürme werden auf sieben Mrd. Dollar geschätzt. Herzstück soll nach den Entwürfen des Architekten Daniel Libeskind der 542 Meter hohe Freedom Tower sein, der für die Stadt von großer Symbolkraft ist. Bauen soll die Gebäude die Firma Silverstein Properties, die das World Trade Center im Juli 2001 – wenige Wochen vor den Terroranschlägen – gepachtet hatte. Ein Gebäude, das 52 Stockwerke hohe World Trade Center Nr. 7, hat Silverstein gerade fertig gestellt.

Doch die Verantwortlichen der Port Authority bezweifeln, dass Silverstein Properties die sieben Mrd. Dollar für das gesamte Projekt aufbringen kann. Von den Versicherungen bekommt der Investor nur 2,9 Mrd. Dollar. Die Hafenbehörde hat deshalb mit Silverstein über eine Arbeitsteilung verhandelt, um das Projekt zu beschleunigen. Durch den Streit um die architektonische Gestaltung, durch Sicherheitsbedenken und Proteste der Hinterbliebenen der Opfer nimmt es erheblich mehr Zeit in Anspruch als geplant.

Die Port Authority will nun den Freedom Tower bauen, der möglichst schnell fertig werden soll, sowie ein weiteres Gebäude auf dem Gelände, wo heute noch das schwer beschädigte Hochhaus der Deutschen Bank steht. Die anderen drei Bürohäuser, die als die lukrativsten gelten, soll Silverstein bauen und vermieten. Silverstein ist auf dieses Angebot nicht eingegangen. Er versicherte lediglich, dass er pünktlich im April mit dem Bau des Freedom Tower beginnen will.

Für den New Yorker Gouverneur Pataki und Bürgermeister Michael Bloomberg ist der Freedom Tower ein Prestige-Projekt. Patakis Zeit als Gouverneur endet bald, und er erwägt eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen. Die zahlreichen Verspätungen beim Bau des neuen World Trade Centers schaden seinem Image.

Für Larry Silverstein stellt sich ein anderes Problem: Er hat noch keinen einzigen namhaften Mieter für den Freedom Tower. Nach einer Umfrage der „Times“ lehnen es 52 Prozent der New Yorker ab, in den oberen Stockwerken des Gebäudes zu arbeiten. Und auch für die Büros in dem gerade fertig gestellten Gebäude Nr. 7 finden sich nur schwer Abnehmer, denn in Downtown Manhattan stehen nach wie vor viele Büros zu wesentlich günstigeren Mieten leer. su

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