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02.04.2015

23:15 Uhr

Umfrage nach Germanwings-Absturz

Mehrheit der Passagiere ohne größere Flugangst

Der Absturz der Germanwings-Maschine hat laut einer aktuellen Umfrage die Angst vor dem Fliegen nur wenig gesteigert. Die Mehrheit der Befragten will das Flugzeug wie bisher nutzen.

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine kritisieren Piloten das Vorgehen der Untersuchungsbehörden. Reuters

Germanwings

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine kritisieren Piloten das Vorgehen der Untersuchungsbehörden.

KölnNach dem Germanwings-Absturz ist einer Umfrage zufolge nur eine Minderheit der Flugpassagiere sorgenvoller. 81 Prozent der Flugreisenden machen sich beim Fliegen nun keine größeren Sorgen, 17 Prozent machen sich mehr Sorgen, wie eine Umfrage des ARD-„Deutschlandtrends“ ergab. Dementsprechend wollten 89 Prozent der Flugreisenden das Flugzeug wie bisher nutzen. 9 Prozent beabsichtigten, in nächster Zeit nicht mit dem Flugzeug zu fliegen. 1 Prozent der Flugreisenden will ganz darauf verzichten. Befragt wurden Montag und Dienstag 1001 Wahlberechtigte.

Die wichtigsten Aussagen des Staatsanwalts zum Airbus-Absturz

Die Zeit nach dem Start in Barcelona

„In den ersten 20 Minuten sprechen die Piloten vollkommen normal miteinander, man könnte sagen heiter, höflich, wie normale Piloten während eines Flugs. Es passiert also nichts Ungewöhnliches. Dann hört man den Bordkommandanten die Instruktionen für die Landung in Düsseldorf vorbereiten. Die Antworten des Co-Piloten erscheinen lakonisch. (...) Die Antworten sind kurz, es gibt keinen wirklichen Austausch.“

Der Flugkapitän verlässt das Cockpit

„Dann hört man, wie der Bordkommandant den Co-Piloten bittet, das Kommando zu übernehmen. Man hört das Geräusch eines Sitzes, der nach hinten geschoben wird, und einer Tür, die sich schließt. Man kann legitimerweise davon ausgehen, dass er rausgeht, wahrscheinlich um seine natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Der Co-Pilot leitet den Sinkflug ein

„In diesem Moment ist der Co-Pilot allein am Kommando. Während er allein ist, betätigt der Co-Pilot die Knöpfe des sogenannten Flight Monitoring Systems, um einen Sinkflug der Maschine einzuleiten. Die Aktion auf diesem Höhenregler kann nur gewollt gewesen sein.“

Der Flugkapitän gelangt nicht mehr ins Cockpit

„Man hört mehrere Rufe des Bordkommandanten, der Einlass in das Cockpit verlangt, über (...) eine Gegensprechanlage mit Video. Man kann also sagen, dass er sich gezeigt, identifiziert hat. Aber es gab keine Antwort des Co-Piloten. Er hat geklopft, um die Öffnung der Tür zu verlangen. Aber der Co-Pilot hat nicht geantwortet. (...) Er hat nicht ein einziges Wort gesagt, nachdem der Bordkommandant das Cockpit verlassen hatte.“

Die Kontaktversuche der Flugüberwachung

„Man hört anschließend die wiederholte Kontaktaufnahme des Kontrollturms von Marseille, aber keine Antwort des Co-Piloten. (...) Kein Notsignal, etwa Mayday-Mayday-Mayday, wurde von den Luftraumkontrolleuren empfangen. Und es gab keinerlei Antwort auf die zahlreichen Kontaktaufnahmen der Kontrolleure.“

Der Co-Pilot ist offenbar bei Bewusstsein

„Man hört zu diesem Zeitpunkt ein menschliches Atmen im Inneren des Cockpits, bis zum Aufprall. Das bedeutet, dass der Co-Pilot am Leben war. (...) Er hat anscheinend normal geatmet. Das ist nicht die Atmung von jemandem, der gerade einen Infarkt erleidet. (...) Man hat nicht das Gefühl, dass er Panik hatte.“

Die Sekunden vor dem Aufprall

„Die Alarmsignale gingen los, um der Besatzung die Nähe des Bodens anzuzeigen. Dann hört man heftige Schläge gegen die Tür wie um sie aufzubrechen. (...) Die Opfer haben es vermutlich erst im allerletzten Moment bemerkt. Schreie gibt es in den letzten Momenten vor dem Aufprall. (...) Der Tod trat sofort ein, denn diese Maschine, die mit 700 Stundenkilometern gegen den Berg prallte, ist im wahrsten Sinne des Wortes explodiert.“

Das Fazit der Ermittler

Die für uns plausibelste, die wahrscheinlichste Interpretation ist folgende: Der Co-Pilot hat sich absichtlich geweigert, dem Bordkommandanten die Tür zum Cockpit zu öffnen und hat den Knopf zum Absenken der Flughöhe gedrückt. Wir kennen heute nicht den Grund, aber das kann interpretiert werden als der Wille, dieses Flugzeug zu zerstören. (...) Es war eine willentliche Handlung“

Dass Fluggesellschaften nach dem Absturz eine „Zwei-Personen-Regel“ fürs Cockpit einführen, nach der sich neben einem der Piloten immer ein weiterer Mensch dort aufhalten muss, halten laut Umfrage 83 Prozent für eine sinnvolle Maßnahme, nur 15 Prozent nicht. Der Copilot des Flugs 4U9525 wird verdächtigt, den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in die Katastrophe gesteuert zu haben. 150 Menschen starben.

Von

dpa

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