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24.03.2011

18:57 Uhr

Umstrittene Fragen

Das intime Bewerbungsverfahren der UN

Die Vereinten Nationen sind mit ihrer Einstellungspraxis in die Kritik geraten. Bei Einstellungsuntersuchungen werden Bewerberinnen auch über Menstruationszyklen und Verhütung befragt.

Der südkoreanische UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verteidigt die Einstellungspraxis der Vereinten Nationen. Quelle: dpa

Der südkoreanische UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verteidigt die Einstellungspraxis der Vereinten Nationen.

New YorkEin Fragebogen für Bewerberinnen sorgt für Kritik bei den Vereinten Nationen. Im Rahmen der Einstellungsuntersuchungen werden Fragen nach Menstruationszyklen und Verhütung gestellt. Der Sprecher von Generalsekretär Ban Ki Moon, Martin Nesirky, bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Die Fragen dienten aber ausschließlich dem Schutz der Bewerberinnen, sagte er. 

Die Kandidatinnen werden nach der Regelmäßigkeit der Periode gefragt, und ob dabei Schmerzen auftreten. Selbst, ob die Bewerberin „die Pille“ nimmt und wie lange schon, wird erforscht. Der Fragebogen ist Teil eines ganzen Kataloges, der allen Bewerbern vorgelegt wird - Ziffer 24 ist jedoch nur für Frauen bestimmt.

„Wir sind für die Gesundheit unserer Mitarbeiter verantwortlich. Und sie arbeiten oft an Orten oder reisen dahin, wo es gesundheitliche Probleme gibt und die medizinische Versorgung nicht optimal ist“, erklärte Nesirky. „Wir versuchen einfach, uns ein möglichst gutes Bild von der Gesundheit des Bewerbers zu machen, damit wir ihn so gut es geht versorgen oder von Risiken ausschließen können.“ 

Bei der Auswahl der Bewerber spielten medizinische Kriterien „keinerlei Rolle“, versicherte Nesirky. Allerdings werden die Fragen vor der Einstellung gestellt. Zudem muss sie jede Frau beantworten, auch wenn sie Sachbearbeiterin im UN-Hauptquartier in New York oder in Wien oder in Genf werden möchte. Nach Angaben des UN-Sprechers hat nur ein enger Kreis medizinischen Personals und Zugang zu den so gewonnenen Informationen.

Von

dpa

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