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03.04.2012

15:26 Uhr

Umstrittenes Milliarden-Projekt

Unternehmer will Mini-Las-Vegas in Spanien bauen

Der amerikanische Casino-Tycoon Sheldon Adelson will in Spanien ein Zockerparadies à la Las Vegas bauen. Madrid und Barcelona streiten um das Milliarden-Projekt, denn „Eurovegas“ verspricht Hunderttausende Jobs.

Sheldon Adelson, Chef der Las Vegas Sands Corp. (Archivfoto), will mit 22 Milliarden US-Dollar in Spanien ein „Eurovegas“ errichten. dapd

Sheldon Adelson, Chef der Las Vegas Sands Corp. (Archivfoto), will mit 22 Milliarden US-Dollar in Spanien ein „Eurovegas“ errichten.

Madrid/DüsseldorfMadrid und Barcelona sind nicht allein im Kampf um die spanische Fußballmeisterschaft erbitterte Rivalen. Die beiden Metropolen stehen auch im Wettkampf um ein gigantisches Bauprojekt, bei dem es um Milliardensummen geht. Der amerikanische Kasino-Tycoon Sheldon Adelson will in Spanien ein „Mini-Las-Vegas“ errichten, das entweder in der Nähe der Hauptstadt oder vor den Toren der katalanischen Metropole entstehen soll.

Das Projekt soll nach spanischen Medienberichten zwölf Hotelkomplexe mit insgesamt 36.000 Zimmern, sechs Kasinos mit 1065 Roulette-Tischen und 18.000 Spielautomaten, neun Theater, bis zu drei Golfplätze und ein Stadion mit 15.000 bis 17.000 Plätzen umfassen.

Das „Eurovegas“, wie das Vorhaben in Spanien genannt wird, soll Investitionen in einer Größenordnung von 18 Milliarden Euro (22 Milliarden US-Dollar) bis 2022 bedeuten und Schritt für Schritt in mehreren Phasen realisiert werden. „Auf dem Weg zu einer definitiven Entscheidung haben wir 90 Prozent zurückgelegt“, sagte Michael Leven, Präsident des US-Konzerns Las Vegas Sands und rechte Hand des Multimilliardärs Adelson, der Zeitung „El Mundo“.

Der Casino-König

Vom Zeitungsboten zum Milliardär

Adelson kam als Sohn jüdischer Immigranten aus der Ukraine in Boston zu Welt, wo er auch aufwuchs. Sein Vater war Taxifahrer. Sheldon selbst arbeitete in seiner Jugend unter anderem als Zeitungausträger.

Business-Start

Sheldon gründete Ende der 70er Jahre die Computermesse Comdex, den er zu einem der wichtigsten Branchentreffs in den USA machte.

Hotels und Casinos

Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Comdex Mitte der neunziger finanzierte er den Start seines Kasinoimperiums. 1999 eröffnete er das luxuriöse Hotel-Resort Venetian für 1,5 Milliarden Dollar, das dem italienischen Venedig nachempfunden ist und mehrere Architektur-Preise bekam.

Schwerpunkt in Asien

Einen Großteil seines Vermögens macht Adelson mit Zockerparadiesen im asiatischen Raum, etwa mit dem „Sands Macau“ in China.

Noch vor dem Sommer will der Konzern sich festlegen. Mit den Bauarbeiten könnte im kommenden Jahr begonnen werden. Das Vorhaben werde direkt und indirekt 260.000 Arbeitsplätze schaffen, heißt es. In Zeiten von Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit scheint das Milliardenprojekt ein Geschenk des Himmels zu sein.

Aber die Amerikaner stellen harte Bedingungen. Dazu gehören Sonderkonditionen bei Steuern, Arbeitsverträgen und Sozialabgaben, eine Lockerung der Vorschriften für den Kampf gegen die Geldwäsche oder eine Ausnahmeregelung vom strikten Rauchverbot.

Gestern erst sprach Adelson mit der Madrider Delegation, die für die Region wirbt und betonte, das nicht nur die Kasino- und Hotelanlagen durch das Projekt entstünden, sondern auch Messen, Konferenzen, Sportveranstaltungen oder Einkaufszentren.

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