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12.03.2013

16:32 Uhr

Umstrittenes Moderationshonorar

Jauch kassierte für seinen Auftritt bei Maschmeyer

Günther Jauch stand auf der Honorarliste von Carsten Maschmeyer, den der Moderator in seiner Sendung hart angegangen war. Der Ex-AWD-Chef wiederum schießt zurück und beziffert Jauchs damaliges Honorar mit 18.000 Mark.

Günther Jauch befragte Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer. dpa

Günther Jauch befragte Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer.

DüsseldorfBeim ARD-Polittalk hatte sich Gastgeber Günther Jauch am Sonntag noch auf Stargast Carsten Maschmeyer eingeschossen, jetzt hat der AWD-Chef via „Bild“-Zeitung zurückgeschlagen. In der Sendung hatte Jauch eingeräumt, dass er selbst einmal für den umstrittenen Finanzdienstleister gearbeitet hat. Bei einer firmeninternen Veranstaltung trat Jauch 1991 vor AWD-Mitarbeitern und ließ sich den Auftritt offenbar gut honorieren.

Laut der „Bild“-Zeitung, die Carsten Maschmeyer selbst zitiert, kassierte Jauch damals 18.000 D-Mark. Günther Jauch hat diese Summe auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht dementiert. Er ließ über seinen Anwalt lediglich mitteilen, die Summe lasse sich „gegenwärtig in der Schnelle nicht verifizieren“.

Während der Talkshow hatte Jauch seinen ehemaligen Geldgeber Maschmeyer vergleichsweise hart angegangen. Maschmeyer bekam kaum Gelegenheit, von den hilfreichen Innovationspreis-prämierten Firmen seiner aktuellen MaschmeyerGroup zu reden, sondern wurde von Jauch zum Thema AWD befragt.

Kein Wunder, denn der NDR als für Jauchs Show verantwortlicher Sender hatte erst im vergangenen Jahr die unternehmerischen Machenschaften des ehemaligen AWD-Chefs in der Reportage „Der Drückerkönig und die Politik“ an den Pranger gestellt. Bis vors Gericht zog Maschmeyer gegen den Sender, um eine kritische Dokumentation über ihn zu verhindern.

Die Karriere von Günther Jauch

1956 - Geburt in Münster

Jauch kommt am 13. Juli in Münster (Westfalen) auf die Welt. Seine Kindheit verbringt er in Berlin und macht dort auch Abitur.

1975 - Radioerfahrungen in Berlin

Beim Sportfunk des Senders RIAS Berlin sammelt Jauch erste journalistische Erfahrungen.

1976 - Journalistenschule in München

Nach Besuch der Journalistenschule in München arbeitet Jauch mehrere Jahre für den Bayerischen Rundfunk (u.a. Sport, Kultsendung „B3-Radioshow“ mit Thomas Gottschalk).

1988 - Sportstudio

Günther Jauch moderiert erstmals das „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF.

1990 - Wechsel zu RTL

Jauch wechselt zum Privatsender RTL und moderiert dort „Stern TV“, später auch „Wer wird Millionär?“

2000 - Eigene Produktionsfirma

Jauch gründet Information & Unterhaltung (I&U), seine eigene Produktionsfirma.

2011 - Politik-Talk im Ersten

Ab 11. September moderiert Jauch jedem Sonntagabend eine eigene Politik-Talkshow im Ersten.

Jauch hatte in der eigenen Show nicht mit Vorwürfen an Maschmeyer gespart, von „bewusster und vorsätzlicher Falschberatung“ gesprochen, die „nicht wenige Kunden in den Ruin getrieben“ habe, und setzte einige kleine Provokationen. Einen eingespielten Ausschnitt aus einer anno 1999 gehaltenen Motivations-Rede des seinerzeit deutlich weniger glatt gebügelten Hannoveraners kommentierte er mit „Wenn Sie da ,Wollt ihr die totale Provision?' gerufen hätten..."

Wirklich konkrete Äußerungen machte Maschmeyer in der Sendung nicht – wie Jauch derzeit auch nicht zu dem von Maschmeyer 1991 erhaltenen Honorar.

Von

deli

Kommentare (12)

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Matschmister

12.03.2013, 16:49 Uhr

Erstaunlich, dass jemand wie Maschmeyer die Vertraulichkeit eines Vertrags bricht. Das Honorar basiert auf einer Geschäftsbeziehung. Seit wann werden Vertragsangelegenheiten über die Bildzeitung herumposaunt.

Maschmeyer ist da eindeutig über das Ziel hinausgeschossen. Wenn das Ganze strafwürdig ist, kann man Jauch nur empfehlen gegen Maschmeyer vorzugehen.

Ansonsten kann man zu Gunsten Jauchs daruf hinweisen, dass der Schrott vom AWD erst später als das identifiziert wurde, was es tatsächlich ist.

Jauch sollte sich nicht von zwielichten Gestalten der Wirtschaft diskreditieren lassen!

Heino

12.03.2013, 16:58 Uhr

Wenn so eine Mickey Mouse namens Jauch Millionen von Privatsendern kassiert kann einem das indirekt am Hintertürchen vorbeigehen; wenngleich jeder Verbraucher die Werbebeiträge der Privaten durch die auf die Produkte umgelegten Kosten mit bezahlt.
Bei dem Anspruch der öffentlich Rechtlichen ist aber nicht mehr nachvollziehbar, wenn solche Geldgrabscher wie Jauch sich parallel von den Privaten wie von der ARD mit Millionen die Taschen vollstopft. Der verarscht das gesamte Fernsehpublikum mit seinem Gelabere und bekommt dafür auch noch Beifall. Dieser Heuchler quasselt gegen zu hohe Managergehälter, die zum großen Teil vom Unternehmenserfolg abhängen (Boni) und kassiert selbst für dummes Gerede jährlich zweistellige Millionenbeträge. Was ist das eine Gesellschaft. Dieser Clown gehört zumindest in der ARD abgeschafft.

Schroeder-Wulff-Riester-Ruerup

12.03.2013, 17:11 Uhr

„und eine charackterliche Elite, Fairplay, Ehrlichkeit blablabla, sind sie die netten Jungs und Mädchen von nebenan ...,“ zu welcher Sie aber nicht gehören, Herr Maschmeyer!

Hier das Video zum Thema:
http://www.youtube.com/watch?v=Z1raIG7o9T8

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