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10.09.2013

09:58 Uhr

UN-Studie in Asien

Jeder vierte Mann hat schon mal eine Frau vergewaltigt

Eine Studie der Vereinten Nationen über Vergewaltigungen im asiatischen Raum liefert schockierende Ergebnisse. Demnach räumte jeder vierte Mann ein, schon mal mit einer Frau gegen ihren Willen Sex gehabt zu haben.

Indische Aktivisten fordern von der Regierung ein Handeln gegen Vergewaltigung. Laut einer UN-Studie hat jeder vierte Mann in Asien schon mal eine Frau gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. dpa

Indische Aktivisten fordern von der Regierung ein Handeln gegen Vergewaltigung. Laut einer UN-Studie hat jeder vierte Mann in Asien schon mal eine Frau gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

BangkokVergewaltigungen sind in der Asien-Pazifik-Region erschreckend weit verbreitet. Etwa jeder vierte Mann habe dort schon einmal seine eigene oder eine andere Frau vergewaltigt, berichten Forscher nach der ersten groß angelegten Studie dieser Art am Dienstag in der Medizin-Zeitschrift „The Lancet“. Sie entstand im Auftrag der Vereinten Nationen. Dafür wurden insgesamt 10 000 Männer bis 50 Jahre in Bangladesch, Kambodscha, China, Indonesien, Papua-Neuguinea und Sri Lanka befragt.

Fast ein Viertel der Männer räumte demnach ein, mindestens einmal eine Frau zum Sex gezwungen zu haben. In vielen Fällen handelte es sich um Vergewaltigungen in der Partnerschaft. Aber jeder zehnte Mann gab zu, auch schon eine Frau vergewaltigt zu haben, die nicht seine Partnerin war. Fast die Hälfte der Männer bekannte sich als Mehrfachtäter. Besonders eklatant war die Situation in Bougainville in Papua-Neuguinea. Dort sagten 27 Prozent der Männer, sie hätten schon andere als ihre Ehefrauen oder Partnerinnen vergewaltigt.

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Fast Dreiviertel der Männer gaben dem Bericht zufolge als Grund für die Gewalt an, Sex stehe ihnen schließlich zu. 60 Prozent meinten, sie hätten es zur Unterhaltung getan und 38 Prozent, um eine Frau zu bestrafen. Die Forscher fanden heraus, dass Männer, die selbst als Kinder sexuell missbraucht wurden, öfter zu Vergewaltigern wurden als solche, die das in der Kindheit nicht erlebt hatten.

„Präventionsmaßnahmen brauchen langfristige Strategien“, schrieb Autorin Rachel Jewkes vom Medizinischen Forschungsrat Südafrikas. „Tief in kulturellen Idealen und Vorstellungen von Männlichkeit und Geschlechterhierarchie verhaftete Verhaltensweisen müssen infrage gestellt werden.“

Ein zweites Forschungsteam untersuchte die Gewaltbereitschaft der Männer. Es war überrascht über das Ergebnis: „Körperliche Gewalt geht nicht immer einher mit Vergewaltigung“, berichtete die Autorin Emma Fulu von dem UN-Netzwerk Partner für Prävention in Bangkok. „Man nahm bislang an, dass körperliche und sexuelle Gewalt Teile des gleichen Verhaltensmusters sind, aber das ist nach unseren Recherchen nicht unbedingt der Fall.“ Fast die Hälfte aller Männer gab zu, die Ehefrau oder Partnerin schon mal geschlagen oder getreten zu haben. In Bougainville waren es sogar 80 Prozent.

Das UN-Netzwerk Partner für Prävention besteht aus mehreren UN-Organisationen. Sie legten auf Basis der wissenschaftlichen Analyse einen Bericht vor, der vor allem die Gründe der Männer für ihr Verhalten untersucht und Vorschläge macht, wie das Verhalten verändert werden kann.

Von

dpa

Kommentare (2)

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tja

10.09.2013, 10:14 Uhr

Man sollte sich diesbezüglich auch keine Illusionen machen, was kaukasische Männer, also Weisse, betrifft. Obwohl bei der jüngeren Generation durch eine grössere Offenheit doch so etwas wie Hoffnung besteht. Vögeln will gelernt sein.

Account gelöscht!

10.09.2013, 10:27 Uhr

Die Zahlen kommen mir doch sehr hoch vor; da würde mich interessieren, wie die Fragen genau gestellt und die Gespräche geführt wurden.

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