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12.12.2011

13:12 Uhr

Unfreiwilliges Abenteuer

Schiffbrüchige Fischer überleben 33 Tage im Pazifik

Über einen Monat trieben zwei schiffbrüchige Fischer quer durch den Pazifik, bis sie fernab der Heimat auf einem Atoll landeten und dort ein Familiengeheimnis lüfteten.

Der Fischer Uein Buranibwe (rechts) mit seinem Kollegen Temaei Tontaake nach ihrer Rückkehr in Majuro. AFP

Der Fischer Uein Buranibwe (rechts) mit seinem Kollegen Temaei Tontaake nach ihrer Rückkehr in Majuro.

MajuroZwei schiffbrüchige Fischer sind 33 Tage lang lang auf einem Boot im Pazifik getrieben, bis sie 560 Kilometer von ihrer Heimat entfernt an Land gespült wurden. Uein Buranibwe (53) und Temaei Tontaake (26) aus Kiribati erzählten am Montag bei ihrer Ankunft in der Hauptstadt der Marshall-Inseln, Majuro, wie sie allein auf hoher See überlebten und bei ihrer Rettung auch noch ein altes Familiengeheimnis lüfteten.

Das unfreiwillige Abenteuer der beiden Fischer begann, als sie sich auf dem nächtlichen Heimweg von einem nahegelegenen Nachbar-Atoll verirrten. Sie überlebten, indem sie selbstgefangenen Thunfisch aßen und das spärliche Regenwasser tranken. Manchmal hätten sie drei Tage hintereinander nichts gegessen und Meerwasser trinken müssen, weil es zu wenig regnete, erzählten sie.

Einmal hätten sie ein Suchflugzeug zwar gehört, jedoch nicht gesehen. Auch gelegentlich am Horizont auftauchende Fischerboote seien nie nahe genug gewesen, dass sie sich bemerkbar machen konnten. Tatsächlich hatte die US-Küstenwache drei Tage lang nach den Vermissten gefahndet, dann aber die Suche wieder aufgegeben.

Nach einem Monat wurde das Boot der beiden Schiffbrüchigen schließlich in dem zu den Marshallinseln gehörenden isolierten Namdrik-Atoll an Land gespült. Die Einheimischen brachten die Schiffbrüchigen zur einzigen Bewohnerin, die ihre Sprache sprach.

Die überraschten Schiffbrüchigen erfuhren, dass es sich bei der Frau um eine Nachfahrin von Tontaakes Onkel Bairo handelte, der in den 50er Jahren auf See verschollen war. Auch er war damals auf Namdrik gestrandet. Im Gegensatz zu Tontaake und Buranibwe blieb er aber und heiratete.

Da die einzige Maschine der staatlichen Fluggesellschaft der Marschall-Inseln kaputt ist, mussten die beiden unfreiwilligen Abenteurer allerdings fast drei Wochen lang warten, bis ein Schiff sie von dem abgeschiedenen Atoll wegbringen konnte. Sobald das Flugzeug repariert ist, wollen sie in ihre Heimat zurückkehren - voraussichtlich noch in dieser Woche.

Im November vergangenen Jahres hatten drei Jugendliche von der zu Neuseeland gehörenden Insel Tokelau sogar eine 61-tägige Irrfahrt durch den Südpazifik überlebt. Sie ernährten sich von Regenwasser, einigen mitgeführten Kokosnüssen sowie von gefangenen Möwen, bevor sie in 1420 Kilometer Entfernung vor den Fidschi-Inseln von der Besatzung eines Thunfisch-Bootes gerettet wurden.

Von

afp

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