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28.10.2014

15:46 Uhr

Unglück in der Türkei

Bergarbeiter nach Grubeneinsturz eingeschlossen

Im Süden der Türkei sind am Dienstag 23 Bergarbeiter beim Einsturz einer Kohlemine eingeschlossen worden. Acht Arbeiter konnten Helfer schnell bergen, nun läuft die Rettungsaktion für die übrigen Verschütteten.

Erst im Mai waren bei einem Grubenunglück im türkischen Soma 301 Bergleute getötet worden. dpa

Erst im Mai waren bei einem Grubenunglück im türkischen Soma 301 Bergleute getötet worden.

AnkaraBei einem Grubenunglück im Süden der Türkei sind am Dienstag nach amtlichen Angaben 18 Bergarbeiter eingeschlossen worden. Rund 20 weitere seien nach einem Wassereinbruch schnell aus der Kohlenmine Has Sekerler bei der Stadt Ermenek in Sicherheit gebracht worden, teilte der Gouverneur der Provinz, Murat Koca, mit.

Ein halbes Jahr nach der bislang größten türkischen Bergwerkskatastrophe in Soma mit 301 Toten rückten mit dem neuerlichen Unglück abermals die Sicherheitsstandards im Bergbau in den Brennpunkt. Die Minister für Energie und Verkehr in Ankara brachen umgehend ins rund 500 Kilometer südlich gelegene Ermenek auf, um den Rettungseinsatz zu überwachen.

Gouverneur Koca sagte, im Bergwerk aufgestautes Wasser habe einen Stollen geflutet, in dem gearbeitet worden sei. Für den privaten Betreiber der Kohlemine sagte Sprecher Sahin Uyar dem Fernsehsender NTV, 18 Arbeiter seien in 300 Meter Tiefe eingeschlossen. An drei Stellen werde Wasser aus dem Stollen abgepumpt. Zunächst habe es keinen Kontakt zu den eingeschlossenen Bergarbeitern gegeben.

Die größten Minenunglücke der vergangenen Jahre

2005

Eine Explosion in einem Kohleschacht kostet 203 Bergleuten in der Region Fuxin im Südwesten Chinas das Leben. Zwölf weitere Kumpel werden nie gefunden. Es gilt als das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Volksrepublik.

2006

65 Kohlekumpel sterben bei einer Gasexplosion in San Juan de Sabinas in Nordmexiko.

2007

Beim schwersten Grubenunglück nach Ende der Sowjetunion kommen in der Ukraine mindestens 90 Bergleute bei einer Methangasexplosion in einer Kohlemine bei Donezk ums Leben.

2010

Eine Explosion im Kohlebergwerk Upper Big Branch im US-Staat West Virginia kostet 29 Bergarbeiter das Leben.

2010

33 verschüttete Bergleute werden in Chile nach 69 Tagen aus einer Gold- und Kupfermine gerettet.

2010

29 Männer kommen bei einem der schwersten Grubenunglücke in der Geschichte Neuseelands ums Leben. Eine riesige Gasexplosion zerstört alle Hoffnungen auf die Bergung der Kumpel, die nach einer ähnlichen Explosion fünf Tage zuvor verschüttet worden waren.

2011

Eine Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in Sorange im Südwesten Pakistans kostet mindestens 52 Menschen das Leben.

2012

Mindestens 60 Menschen kommen im Nordosten des Kongos bei einem Erdrutsch in einer Goldmine ums Leben.

2013

83 Arbeiter werden von einem massiven Erdrutsch auf einer Goldmine in Tibet begraben.

Das Feuer in der Kohlenmine in Soma hatte im Mai schwere Sicherheitsmängel und eine laxe Kontrolle durch die Behörden offenbart. Kritik an Sicherheitsvorkehrungen gibt es auch in anderen Branchen, insbesondere dem Bau und Schiffsbau.

Von

ap

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