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30.01.2007

15:32 Uhr

Unglück in Notaufnahme

Patient stirbt nach Brandstiftung in Hamburger Klinik

Nach einem Feuer in einem Hamburger Krankenhaus ist ein 74-jähriger Mann gestorben, 17 weitere Menschen wurden leicht verletzt. Eine 26-jährige Frau zündete in der Nacht zum Dienstag in der medizinischen Notaufnahme vermutlich eine Matratze an, wie die Polizei mitteilte.

Feuerwehrleute und Rettungskräfte versorgen nach dem Brand im Allgemeinen Krankenhaus Wandsbek Patienten. Foto: dpa dpa

Feuerwehrleute und Rettungskräfte versorgen nach dem Brand im Allgemeinen Krankenhaus Wandsbek Patienten. Foto: dpa

HB HAMBURG. Wenige Stunden nach dem dadurch ausgelösten ersten Brand wurde die Feuerwehr am Morgen zum zweiten Mal wegen starker Verqualmung und offener Flammen in dieselbe Klinik gerufen. Die Ursache für dieses Feuer war zunächst nicht bekannt, Brandstiftung schlossen die Ermittler jedoch aus.

Der erste Einsatz in der Asklepios-Klinik im Hamburger Stadtteil Wandsbek begann für die Helfer um kurz nach zwei Uhr in der Nacht. „Dabei ging es vor allem um die Rettung von Menschen“, sagte Feuerwehrsprecher Peter Braun. Es habe sich starker und sehr giftiger Rauch entwickelt, der sich durch Türen und die Klimaanlage verbreitet habe und nach wenigen Atemzügen zum Tod führen könne.

Ein 74-jähriger Patient starb in seinem Krankenbett an einer Rauchgasvergiftung. 17 weitere Patienten mussten wegen Rauchvergiftungen behandelt werden, elf im selben Krankenhaus, sechs in umliegenden Kliniken.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei legte eine 26-jährige Frau das Feuer. Die Tatverdächtige sei nach einer Erkrankung in das Krankenhaus eingeliefert worden, habe es jedoch wieder verlassen wollen. Dies sei aber aus ärztlicher Sicht nicht zu vertreten gewesen, die Frau sei deshalb in einem Beobachtungsraum der Notfallaufnahme untergebracht worden. In diesem Raum zündete die Frau nach derzeitigem Ermittlungsstand mit einem Feuerzeug eine Matratze an. Das Feuerzeug wurde sichergestellt. Die Tatverdächtige wurde laut Polizei zunächst in ein anderes Krankenhaus gebracht und sollte noch am Dienstag in die Psychiatrie eingewiesen werden.

Um kurz vor acht Uhr wurden die Helfer erneut zu der Klinik gerufen, weil ein weiterer Raum in der Notaufnahme brannte. Da der Bereich noch evakuiert war, waren laut Feuerwehr keine Menschen in Gefahr. Die Flammen hatten jedoch auf das Flachdach des Gebäudes übergegriffen. Mit Spezialkreissägen sei das gesamte Dach geöffnet und auf Glutnester untersucht worden. Rund 80 Einsatzkräfte seien den Tag über vor Ort gewesen, hieß es.

Brandstiftung als Ursache für das zweite Feuer schloss die Polizei aus. „Es kann sein, dass die Feuerwehr beim ersten Einsatz etwas übersehen hat oder es einen technischen Defekt gab“, sagte Feuerwehrsprecher Braun. Das Krankenhaus sagte nach eigenen Angaben für Mittwoch geplante Operationen ab. Es werde an diesem Tag auch keine Notfälle aufnehmen, da die Röntgenabteilung durch die Brände beeinträchtigt sei. „Die Röntgengeräte müssen zunächst gereinigt und kontrolliert werden“, sagte Kliniksprecher Jens Bonnet. Die Notaufnahme selber sei so stark beschädigt, dass sie vermutlich längere Zeit nicht in Betrieb genommen werden könne.

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