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08.07.2013

15:16 Uhr

Unglück in San Francisco

Südkorea verschärft Sicherheitsvorkehrungen für Fluglinien

Nach dem Flugunglück in San Francisco hat das südkoreanische Verkehrsministerium Sonderkontrollen angeordnet. Die Fluglinien sollen auch ihre Sicherheitsvorkehrungen überprüfen. Neue Regeln könnten folgen.

Die ersten Ermittler der US-Transportbehörde am Unfallort. Das Unglück veranlasst Südkorea, die Sicherheitsvorkehrungen seiner Fluggesellschaften zu verschärfen. AFP

Die ersten Ermittler der US-Transportbehörde am Unfallort. Das Unglück veranlasst Südkorea, die Sicherheitsvorkehrungen seiner Fluggesellschaften zu verschärfen.

Die Fluggesellschaften in Südkorea müssen mit schärferen Regeln bei der Flugsicherheit rechnen. Nach einem Absturz von Korean Air in den 90er Jahren ordnete die Regierung in Südkorea die Fluggesellschaften an, neue Flugzeuge zu kaufen und die Piloten besser zu trainieren. Eine neue Runde solcher Maßnahmen droht nun auch nach der Bruchlandung von Asiana Air in San Francisco, bei der zwei Personen starben. Es war der erste Unfall einer südkoreanischen Fluglinie mit Todesfällen seit 1997.

„Asianas Unfall wird nicht nur das Image der Fluglinie, sondern aller koreanischen Fluglinien schädigen“, sagte Um Kyung A, ein Analyst von Shinyoung Securities in Seoul. „Es braucht nur einen Vorfall, um die jahrelange Arbeit der Fluglinien hin auf ein solides, unfallfreies Ansehen zu zerstören.“ Das werde die Regierung dazu veranlassen, schärfere Sicherheitsmaßnahmen zu fordern.

Bereits am Sonntag reagierte das Verkehrsministerium in Seoul. Es schickte acht Ermittler nach San Francisco, um gemeinsam mit den US-Behörden die Ursachen für das Unglück zu klären. Alle südkoreanischen Fluggesellschaften inklusive Billigfliegern wurden dazu angehalten, sich ihrer Sicherheit zu vergewissern, wie das Verkehrsministerium in einer E-Mail mitteilte.

„Um einen ähnlichen Fall wie in San Francisco zu verhindern, werden die acht Fluggesellschaften dazu angehalten, die Sicherheitsvorkehrungen für ihre Flüge zu überprüfen“, so das Ministerium. „Wir werden unser möglichstes tun, um die Ursache für den Unfall zu finden, und werden zusätzliche Schritte zur Flugsicherheit einleiten.“ Das Ministerium ordnete etwa bei Korean Air und Asiana an, die Motoren und die Ausrüstung aller 48 Boeings 777 zu kontrollieren. Die Regierung plant zudem Sonderkontrollen für alle nationalen Fluglinien in den nächsten 50 Tagen bis zum 25. August.

Schon 1999 hatte das Land die Sicherheitsvorkehrungen nach einem Unfall von Korean Air in London verschärft. Auch für die ausländischen Fluglinien, die Reisen nach Südkorea anboten, galten die neuen Standards. Außerdem weitete die Regierung in Seoul die Vorschriften für Piloten und Wartungslizenzen aus. Piloten mussten fortan an einem internationalen Zentrum trainiert und evaluiert werden. Die Fluglinien mussten zudem mehr Stunden auf heimischen Routen fliegen, bevor sie die Erlaubnis erhielten, Überseeflüge anzubieten. Die Regierung verbesserte auch die Sicherheitsvorkehrungen an den heimischen Flughäfen.

Nicht nur das Land hat Erfahrung mit Änderungen der Standards. Korean Air, die größte Fluglinie des Landes, heuerte im Jahr 2000 nach diversen Unfällen zwei neue Führungskräfte an. Die beiden leitenden Angestellten arbeiteten gemeinsam mit US-Linien daran, die Sicherheitsstandards zu verbessern. 1997 waren bei einem Absturz in Guam 228 Personen ums Leben gekommen. Delta Airline stellte die Zusammenarbeit mit Korean Air 1999 sogar ein, nachdem die Sicherheitsstandards unter die Lupe genommen wurden.

Südkorea reagierte – mit Erfolg. So schaffte es Asiana in den vergangenen fünf Jahren auf einem Skytrax-Ranking unter die besten fünf Fluglinien weltweit.

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