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20.04.2014

13:13 Uhr

Unglück in Südkorea

Helfer bergen weitere Leichen aus Fähre

Traurige Gewissheit für viele Angehörige: Taucher haben nun bereits 23 Leichen aus der Fähre geborgen, die am Mittwoch vor der südkoreanischen Küste verunglückt war. Die Unglücksursache bleibt unklar.

In einer groß angelegten Rettungsaktion versuchen Mitglieder der südkoreanischen Küstenwache, Menschen nach dem Fährunglück zu retten. Bislang konnten sie jedoch nur Tote bergen. dpa

In einer groß angelegten Rettungsaktion versuchen Mitglieder der südkoreanischen Küstenwache, Menschen nach dem Fährunglück zu retten. Bislang konnten sie jedoch nur Tote bergen.

JindoEine halbe Woche nach dem Fährunglück vor der südkoreanischen Küste haben Rettungstaucher erstmals Leichen aus dem Innern des gesunkenen Schiffs geborgen. Insgesamt seien bisher 23 Tote aus dem Wrack gezogen worden, teilte die Küstenwache am Sonntag mit. Damit stieg die Zahl der geborgenen Todesopfer auf 56. Noch vermisst wurden 246 Menschen, die meisten von ihnen Schüler. Sie waren mit ihren Lehrern unterwegs auf einem Ausflug zu einer Ferieninsel gewesen. Für die Vermissten besteht nach Auskunft der Einsatzleitung kaum noch Hoffnung. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass sie in dem Wrack ertrunken sind.

Es war das erste Mal, dass die Taucher in den Passagierbereich der gekenterten Fähre vordringen konnten. Zuvor hatten sie wegen der starken Strömung und schlechter Sicht in dem trüben Wasser nur die Frachträume erreicht. Sie schlugen am Samstag kurz vor Mitternacht Ortszeit ein Fenster des Wracks ein und zogen die ersten drei Leichen aus einem Kabinendeck. Die Taucher konnten mehrere Taue fixieren, die ihnen bei der Orientierung im Schiffsinneren halfen. Die Bergung dürfte dadurch nun schneller vorankommen, sagte ein Vertreter der Küstenwache auf einer Pressekonferenz im Rettungszentrum der Hafenstadt Jindo. Erst wenn die Leichen geborgen seien, werde versucht, die Fähre mit Kränen zu heben.

Unterdessen erklärte die Regierung in Seoul zwei Regionen zu Sonderkatastrophenzonen: den südlichen Landkreis Jindo, vor dessen Küste sich das Unglück ereignet hatte, sowie die Stadt Ansan nahe der Hauptstadt Seoul. Das berichtete der Rundfunksender KBS am Sonntag. Als Katastrophengebiete haben die betroffenen Gemeinden wie auch die Familien der Unfallopfer Anspruch auf staatliche Sonderhilfen.
Die "Sewol" war am Mittwoch mit 476 Menschen an Bord - darunter 339 Schüler und Lehrer - in Seenot geraten und gesunken. 174 Menschen wurden gerettet. Am Samstag kam nach Marineangaben zudem ein Matrose ums Leben, der sich auf einem Suchboot befand.

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