Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2016

03:18 Uhr

Unglück in Unterfranken

Ein Toter bei Einsturz von Autobahnbrücke

In Unterfranken ist die Fahrbahn einer neuen Autobahnbrücke abgestürzt. Ein Arbeiter kommt bei dem Unfall ums Leben, 15 werden verletzt. Die Baustelle ist jetzt gesichert. Die Suche nach der Unfallursache geht weiter.

Die betroffene Talbrücke Schraudenbach nahe Werneck zwischen der Raststätte Riedener Wald und dem Kreuz Schweinfurt/Werneck wird derzeit abgerissen und neu errichtet (Symbolbild). dpa

Sperrung der A7

Die betroffene Talbrücke Schraudenbach nahe Werneck zwischen der Raststätte Riedener Wald und dem Kreuz Schweinfurt/Werneck wird derzeit abgerissen und neu errichtet (Symbolbild).

WerneckNach dem tödlichen Unfall beim Bau an einer Autobahnbrücke in Unterfranken setzen die Ermittler ihre Arbeiten am Donnerstag fort. Die Baustelle ist inzwischen gesichert, sie würde nun behandelt „wie ein Tatort, an dem nichts verändert werden kann“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken in der Nacht zum Donnerstag. Nachdem der Rettungseinsatz am Mittwochabend beendet worden ist, gehen die Ermittler davon aus, dass sich unter den Trümmerteilen keine Menschen mehr befinden.

Die Polizei habe am Mittwochabend alles abgesichert und sichergestellt, „dass nichts beiseite geräumt werden kann“, sagte Gerhard Eck, Staatssekretär im bayerischen Innen-, Bau- und Verkehrsministerium. Er warnte vor falschen Schlüssen und Panik - vor allem in Bezug auf Hunderte ähnliche Baustellen in Deutschland.

„Wir sollten keine Unsicherheit verbreiten“, sagte der CSU-Politiker. Es müsse sorgsam aufgearbeitet werden, was genau passiert ist. „Wenn's denn dann Fehler waren, menschliche Fehler, technische Fehler, dann muss das einfach bis ins feinste Detail geklärt sein.“ Danach könne über weitere Konsequenzen gesprochen werden.

Am Mittwochnachmittag war ein frisch betoniertes Teil am Ersatzneubau der Talbrücke Schraudenbach für die viel befahrene Autobahn 7 bei Werneck abgestürzt und hatte ein Gerüst mitgerissen. Ein Bauarbeiter kam ums Leben. 15 Arbeiter wurden nach Angaben des Staatssekretärs verletzt, davon sechs schwer. Rettungshubschrauber und Hundestaffeln sowie mehr als 150 Helfer waren im Einsatz.

Sachverständige und Vertreter der Baufirma waren nach Ecks Angaben noch am Mittwochabend zur Unfallstelle gekommen. Bei der Baustelle handle es sich um ein sogenanntes aufgelagertes Betoniersystem, von unten aufgebaut mit Schalung. „Dass sowas abstürzt ist völlig unerklärlich“, sagte der gelernte Maurer und frühere Bauleiter Eck. „Und auch die Baufirma genießt einen einwandfreien Ruf“, betonte er. „Es stehen alle Fachleute hier und sind sprachlos.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×