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08.05.2014

12:41 Uhr

Unglücksfähre „Sewol“

Ermittler nehmen Reedereichef fest

Die südkoreanische Fähre „Sewol“ war nach Angaben der Ermittler regelmäßig überladen. So auch am Tag ihres folgenschweren Untergangs am 16. April. Der Chef der Reederei soll das Risiko in Kauf genommen haben.

Die verunglückte Fähre „Sewol“: Der Kapitän und die anderen 14 leitenden Crewmitglieder sind in U-Haft. ap

Die verunglückte Fähre „Sewol“: Der Kapitän und die anderen 14 leitenden Crewmitglieder sind in U-Haft.

SeoulGut drei Wochen nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ haben die Ermittler den Reedereichef unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung festgenommen. Sie werfen Kim Han Sik von Chonghaejin Marine vor, die Überladung der Fähre angeordnet oder zumindest davon gewusst zu haben, bevor das Schiff am Vorabend des Unglücks in See stach. Er bitte die Familien der Unglücksopfer um Entschuldigung, sagte Kim am Donnerstag vor dem Büro der Küstenwache im südlichen Mokpo.

Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht. Die Fähre war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Bisher wurden die Leichen von fast 270 Menschen aus dem Wrack und der Umgebung geborgen. Es galten noch über 30 Insassen als vermisst.

In der Hauptstadt Seoul demonstrierten Studenten gegen die Regierung des Landes, der sie eine Mitschuld an dem Unglück gaben. Dabei kam es zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Sollte sich der Verdacht gegen Kim erhärten, droht dem Reedereichef bei einer förmlichen Verhaftung unter anderem eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften für Schiffe, wie südkoreanische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichteten. Vier Angestellte des Unternehmens sitzen bereits in Untersuchungshaft.

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