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23.01.2008

08:30 Uhr

Unicef-Bericht

Jeden Tag sterben weltweit 26 000 Kinder

Jeden Tag sterben nach Berechnungen von Unicef weltweit weiterhin mehr als 26 000 Kinder unter fünf Jahren. Das sind im Jahr fast zehn Millionen. Die Kinder sterben vor allem an Komplikationen bei der Geburt, Lungenentzündung, Durchfall, Malaria, Masern und Aids. Das teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Köln in seinem Jahresbericht zur weltweiten Lage der Kinder mit.

Afrikanische Kinder dpa

In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara erlebt eines von sechs Kindern seinen fünften Geburtstag nicht. (Archivbild)

dpa KÖLN. Das Land mit der höchsten Kindersterblichkeit sei das bürgerkriegsgeschüttelte Sierra Leone in Westafrika, wo auf 1 000 Geburten 270 Todesfälle kommen. Es folgen Angola und Afghanistan. Die besten Werte bei den Entwicklungsländern habe Kuba mit sieben Todesfällen pro 1 000 Geburten.

In dem Bericht stehen auch gute Nachrichten: Immerhin ein Drittel der 50 ärmsten Länder der Welt hat es demnach geschafft, die Kindersterblichkeit in den vergangenen 18 Jahren um 40 Prozent zu senken. In Mosambik gelang es durch eine stärkere Verzahnung von Gesundheitsdiensten mit den Dorfgemeinschaften und durch Aufklärungskampagnen, die Sterblichkeitsrate unter fünf Jahren um 62 Prozent zu senken. Die Todesfälle durch Masern wurden seit dem Jahr 2000 weltweit um 68 Prozent verringert.

„Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit sind nicht allein abhängig von der Wirtschaftskraft eines Landes, sondern auch von der Entschlossenheit, mit der Politiker dieses Ziel verfolgen“, sagte ein Unicef-Sprecher. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sei die Situation besonders schlecht: Dort erlebe eines von sechs Kindern seinen fünften Geburtstag nicht. Unicef kämpfe in diesem Teil der Welt für ein Minimalpaket an Gesundheitsmaßnahmen. Mit zusätzlich zwei bis drei Dollar pro Kopf der Bevölkerung könne die Kindersterblichkeit um 30 Prozent und die Müttersterblichkeit um 15 Prozent verringert werden, erklärte das Hilfswerk.

Oft sind es ganz einfache Dinge, die das Leben der Kinder retten könnten: Impfen, Stillen, imprägnierte Moskitonetze und Vitamin-A-Gaben. Hinzu kommen Medikamente gegen Lungenentzündung, Durchfall und Malaria. Als entscheidend bezeichnet Unicef die Bekämpfung chronischer Mangelernährung. „Auch gibt es nach wie vor zu wenige Hilfen und Behandlungsmöglichkeiten für HIV-positive Schwangere, um die Übertragung des HIV-Virus auf ihr Kind zu verhindern.“

Das Hilfswerk erinnerte daran, dass die sogenannten Millenniumsziele der UN eine Verringerung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 vorsähen. Von den 60 Ländern mit der höchsten Sterblichkeit seien aber lediglich sieben auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen.

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