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09.10.2014

08:18 Uhr

Unschuldig in der Todeszelle

Zum Tode Verurteilter aus der Haft entlassen

„Wir sollten uns schämen“, sagt der Anwalt von Manuel Velez. Sein Mandant hat neun Jahre unschuldig in einem texanischen Gefängnis gesessen, sechs Jahre davon im Todestrakt. Und Manuel Velez ist lange kein Einzelfall.

Sechs Jahre lang saß Manuel Velez unschuldig in einem texanischen Todestrakt. Jetzt wurde er aus dem Gefängnis entlassen. ap

Sechs Jahre lang saß Manuel Velez unschuldig in einem texanischen Todestrakt. Jetzt wurde er aus dem Gefängnis entlassen.

WashingtonIm US-Bundesstaat Texas ist ein zum Tode verurteilter Häftling nach neun Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden.

Sein spanischsprachiger Mandant Manuel Velez hätte „niemals verhaftet werden dürfen“, sagte der Anwalt Brian Stull am Mittwoch. „Wir sollten uns für die Fehler schämen, die Manuel an den Rand einer Hinrichtung gebracht haben.“

Hinrichtungen weltweit 2013

China

Mehr als 1000 (unbestätigte Anzahl)

Quelle: Amnesty International

Iran

369 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Irak

169 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Saudi-Arabien

79 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

USA

39

Somalia

34 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Sudan

21 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Jemen

13 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Velez war im Gefängnis Huntsville inhaftiert. Er war 2005 festgenommen und 2008 zum Tode verurteilt worden. Ihm wurde zur Last gelegt, den einjährigen Sohn seiner Freundin umgebracht zu haben. Die tödlichen Verletzungen wurden dem Jungen zugefügt, während Velez rund tausend Kilometer entfernt bei der Arbeit war.

Velez hat einen sehr niedrigen Intelligenzquotienten. Er sprach zum Zeitpunkt der Verurteilung nicht Englisch. Er unterzeichnete ein Geständnis, das er offenbar nicht verstanden hatte.

Nach Aufzeichnungen des US-Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC) wurden seit 1973 in den USA 146 zum Tode Verurteilte für unschuldig erklärt, davon zehn in Texas.

Von

afp

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