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28.04.2015

08:43 Uhr

Untergang der „Sewol“

Lebenslange Haft für Kapitän der Unglücksfähre

Rund ein Jahr nach dem Untergang der Fähre „Sewol“ vor Südkorea hat ein Gericht die Strafe für den Kapitän erhöht. Lee Joon Seok muss lebenslang in Haft. Bei dem Unglück waren rund 300 Menschen gestorben.

Die Fähre „Sewol“ war vor rund einem Jahr gesunken. dpa

Untergang der „Sewol“

Die Fähre „Sewol“ war vor rund einem Jahr gesunken.

SeoulEin südkoreanisches Berufungsgericht hat die Strafe für den Kapitän der vor einem Jahr verunglückten „Sewol“-Fähre auf lebenslänglich erhöht.

Die Entscheidung vom Dienstag ist deutlich harscher als die 36 Jahre Gefängnis, zu denen Lee Joon Seok im November von einen Bezirksgericht verurteilt worden war. Bei dem Unglück im April 2014 waren während einer Überfahrt zu einer südlichen Insel mehr als 300 Menschen gestorben, der Großteil davon Teenager, die sich auf einer Klassenfahrt befanden.

Fährunglücke

August 2013

Eine Fähre mit etwa 870 Passagieren an Bord stößt in der philippinischen Provinz Cebu mit einem Frachter zusammen und sinkt. Mindestens 55 Menschen kommen ums Leben, 65 werden vermisst.

Oktober 2012

Bei einer Schiffskollision in Hongkong sterben mindestens 37 Menschen. Von einem Ausflugsboot aus wollten Firmenmitarbeiter und deren Familien das Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag im Hafen ansehen. Aus unbekannter Ursache stößt das Boot mit gut 120 Menschen an Bord mit einer Fähre zusammen.

Februar 2012

Eine überladene Fähre reißt in Bangladesch auf dem Fluss Meghna viele Passagiere nach einer Kollision mit einem Frachter in die Tiefe. Von den etwa 250 Menschen an Bord können sich nur rund 40 ans Ufer retten. Erst im April 2011 waren auf dem Fluss Dutzende Menschen ertrunken, als eine Fähre auf ein Wrack auffuhr und sank. Ende 2010 waren bei drei Fährunglücken in Bangladesch binnen eines Monats mehr als 160 Menschen gestorben.

Juni 2008

Vor der philippinischen Insel Sibuyan läuft eine Fähre mit mehr als 800 Menschen an Bord während eines Taifuns nach einem Maschinenschaden auf Grund und sinkt. In den folgenden Tagen werden etwa 250 Leichen an umliegende Strände geschwemmt, mehr als 550 Menschen gelten als vermisst.

Dezember 2006

Bei stürmischem Wetter sinkt eine Fähre zwischen den indonesischen Inseln Java und Kalimantan. Mehr als 380 der 628 registrierten Menschen an Bord werden vermisst. Helfer bergen etwa 230 Überlebende aus der Javasee.

Februar 2006

Im Roten Meer sinkt eine Fähre zwischen Saudi-Arabien und Ägypten. Mindestens 1027 der 1400 Menschen an Bord sterben. Bei einem Brand des Schiffes hatte die Mannschaft vermutlich Meerwasser zum Löschen an Bord geholt und es so zum Kentern gebracht.

Angehörige und die Staatsanwaltschaft hatten für Lee eine Verurteilung wegen Mordes und die Todesstrafe gefordert. Stattdessen war der Kapitän zunächst wegen Fahrlässigkeit und das Zurücklassen der Passagiere schuldig gesprochen worden.

Wie ein Sprecher des Hohen Gerichts von Gwangju am Dienstag erklärte, wurde das Strafmaß für 14 weitere Crewmitglieder auf 18 Monate bis zwölf Jahre festgesetzt.

Die Strafe gegen den Kapitän sei angehoben worden, weil das Gericht eine Verurteilung wegen Mordes für angemessen betrachtet habe - davon war Lee im November freigesprochen worden.

Von

ap

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