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06.06.2016

07:23 Uhr

Unwetter am Montag

Neue Gewitter drohen

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Unwetterwarnungen aufgehoben - aber das kann sich schnell ändern. Nach den heftigen Unwetter der vergangenen Tage geben die Meteorologen längst noch keine Entwarnung.

Erneute Unwetterwarnung

80 Verletzte: Rock am Ring abgebrochen

Erneute Unwetterwarnung: 80 Verletzte: Rock am Ring abgebrochen

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EssenNach teils tagelangen Unwetterlagen deutet sich beim Wetter deutschlandweit eine Entspannung der Situation an - jedoch nur vorerst. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Montag alle Warnungen vor schwerem Gewitter zunächst auf, die Gewittergebiete seien etwas kleiner geworden.

Jedoch könnten Gewitter vor allem ab den Mittagsstunden besonders im Westen und Süden erneut teils heftig ausfallen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montagmorgen. Vereinzelt müsse mit kräftigen, unwetterartigen Gewittern sowie Starkregen und größerem Hagel gerechnet werden. Besonders gefährdet seien Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Teile Hessens, Teile des Saarlands sowie Bayern und Baden-Württemberg.

In Baden-Württemberg kann es besonders über dem südlichen Bergland und in südwestlichen Landesteilen vor allem am Abend noch zu Gewittern kommen. Vereinzelt sei auch Starkregen mit mehr als 25 Litern pro Quadratmeter und Hagel mit Korngrößen von etwa zwei Zentimetern möglich.

Krise, Katastrophe, Katastrophenalarm – wann gilt was?

Begriffserklärung

Die Begriffe Krisen und Katastrophen nach verheerenden Unwettern oder anderen Notsituationen werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft gleichgesetzt. Eine Begriffserklärung.

Krise

Im Bevölkerungsschutz und der Katastrophenhilfe wird mit dem Begriff Krise eine Lage bezeichnet, bei der Sachschäden drohen oder bereits entstanden sind, und Hilfsorganisationen wie die Feuerwehr diese Lage nicht mehr allein bewältigen können. Eine Krisenlage kann durch Naturereignisse (Stürme, Starkniederschläge, Hochwasser, Waldbrände, Epidemien) ausgelöst werden oder zivilisatorische Ursachen haben – diese reichen von technischem Versagen oder Fahrlässigkeit bei Unfällen und Havarien bis zu Terroranschlägen.

Katastrophe

Sind Gesundheit oder Leben vieler Menschen, deren natürliche Lebensgrundlagen und bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß bedroht, sprechen die Behörden von einer Katastrophe. Für die Bewältigung dieses „Großschadensereignisses“ reichen die normalen technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der betroffenen Gemeinden oder Kreise nicht aus. Zudem erfordert die Abwehr und Bekämpfung die einheitliche Leitung durch die zuständige (Katastrophenschutz-)Behörde.

Katastrophenalarm

Ein Katastrophenalarm (Katal) wird ausgelöst, wenn ein Notfall die besondere Koordination der Hilfskräfte verlangt beziehungsweise für dessen Bewältigung die technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der normalerweise zuständigen Gemeinden nicht ausreichen. Die Bewältigung von Katastrophen und das Krisenmanagement liegen in Deutschland grundsätzlich in der Verantwortung der 16 Bundesländer. Der Katastrophenfall wird demzufolge entsprechend dem Katastrophenschutzgesetz des jeweiligen Landes festgestellt. Dies war auch im niederrheinischen Hamminkeln der Fall, wo ein Dammbruch am Fluss Issel befürchtet wurde.

Bereits am Wochenende hatten Unwetter in Baden-Württemberg gewütet. In Aichwald (Kreis Esslingen) wurde am Sonntag ein Zwölfjähriger auf einem Sportplatz vom Blitz getroffen - in der Nacht zum Montag schwebte er noch immer in Lebensgefahr.

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Nicht zum ersten Mal wird das Festival „Rock am Ring“ in der Eifel von Blitzen heimgesucht: Dutzende Menschen werden verletzt. In Süddeutschland gehen die Aufräumarbeiten weiter. Die Wetteraussichten bleiben schlecht.

Während die Aufräumarbeiten in Bayern intensiv weitergehen, geben die Meteorologen noch keine Entwarnung. Laut Deutschem Wetterdienst bilden sich am Montag ab dem späteren Vormittag erneut Gewitter, die vor allem im Alpenvorland, an den Alpen und im westlichen Franken heftig ausfallen können.

Erneut könne es binnen kurzer Zeit bis zu 40 Liter pro Quadratmeter regnen. Im niederbayerischen Simbach am Inn sollen am Montag 100 Bundeswehrsoldaten ankommen, um zu helfen. Eine Flutwelle hatte im Landkreis Rottal-Inn sieben Menschen in den Tod gerissen und einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro verursacht.


Von

dpa

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