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05.07.2016

12:59 Uhr

Unwetter in China

Mehr als hundert Tote und Vermisste

Schwere Unwetter in China haben Dutzende Tote gefordert: In den letzten Tagen wurden mehr als 110 Personen als getötet oder vermisst gemeldet. Weite Gebiete stehen unter Wasser. Schuld ist offenbar ein Wetterphänomen.

Weite Strecken des Jangtse-Flusses sind überflutet. AFP; Files; Francois Guillot

Jangtse in Liuzhou

Weite Strecken des Jangtse-Flusses sind überflutet.

PekingBei den schweren Überschwemmungen in China sind womöglich Dutzende Menschen ums Leben gekommen. In den vergangenen Tagen seien 112 Menschen als getötet oder vermisst gemeldet worden, berichtete die Zeitung „Xin Jingbao“ am Dienstag unter Berufung auf das Ministerium für zivile Angelegenheiten. Nach hefigen Regenfällen stehen riesige Gebiete rund um den Jangtse unter Wasser. Der Taihu-See nahe Shanghai verzeichnete sogar das schwerste Hochwasser seit 1954.

Rund um den Jangtse sind dem Bericht zufolge rund 16 Millionen Menschen von den heftigen Regenfällen betroffen. Im Süden Chinas sind Überschwemmungen und Erdrutsche während der Regenzeit im Sommer üblich, dieses Jahr fiel in der Region aber besonders viel Regen. Im Juni waren bei einem Orkan und Regenstürmen in der östlichen Provinz Jiangsu mehrere Dörfer dem Erdboden gleich gemacht worden. Fast hundert Menschen starben.

Meteorologen rechnen laut „Xin Jingbao“ damit, dass der Regen in dieser Woche weiter nach Norden zum Huai-Fluss ziehen wird. Vize-Regierungschef Wang Yang hatte bereits vor einigen Tagen vor heftigen Überschwemmungen im Jangtse- und Huai-Delta gewarnt, die er auf das Wetterphänomen El Niño zurückführte.

Die bisher schwersten Überschwemmungen in China hatten sich 1954 ereignet, als 30.000 Menschen starben. 1998 kamen mehr als 4000 Menschen bei einer Flutkatastrophe ums Leben, die meisten am Jangtse. Auch damals war das Hochwasser auf El Niño zurückgeführt worden. Mit weiteren Überschwemmungen wegen eines Taifuns wird Ende der Woche gerechnet.

Auch andere südasiatische Länder hatten zuletzt mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen zu kämpfen. In Pakistan kamen diese Woche 33 Menschen ums Leben, in Indien 25.

Von

afp

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