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30.05.2016

19:27 Uhr

Unwetter in Deutschland

42 Menschen aus Lebensgefahr gerettet

Bei den heftigen Unwetter im Südwesten Deutschlands mussten 42 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet werden. 7000 Rettungskräfte waren im Einsatz. Aber nicht für jeden kam die Hilfe rechtzeitig.

StuttgartBei dem schweren Unwetter haben Helfer im Südwesten 42 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Das teilte der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), am Montagabend in Stuttgart mit. In den betroffenen Gebieten im Osten und Norden des Bundeslandes hätten Feuerwehr und Polizei rund 520 Menschen vor den plötzlichen Wassermassen in Sicherheit gebracht. Für vier Menschen kam aber jede Hilfe zu spät.

Die Höhe des Sachschadens ist laut Strobl noch nicht abschätzbar. Wo es „angebracht und notwendig“ sei, prüfe das Land eine Soforthilfe. Der Innenminister lobte die Hilfsbereitschaft und „reibungslose“ Arbeit der 7000 Rettungskräfte in den neun betroffenen Stadt- und Landkreisen. Auch die Solidarität der Helfer untereinander habe noch Schlimmeres verhindert.

Die schwersten Unwetter der vergangenen Jahre

Dezember 1999

Zwei Tage nach Heiligabend fordert der Sturm „Lothar“ in Deutschland und fünf weiteren Ländern 110 Menschenleben. Es entstehen Schäden in Milliardenhöhe.

Juli 2002

Heftige Gewitter und ein Orkan ziehen über Berlin und Brandenburg. Acht Menschen sterben, zwei jugendliche Teilnehmer eines Zeltlagers auf der Insel Schwanenwerder im Wannsee werden von Bäumen erschlagen.

Juni 2004

Ein Sommersturm über Teilen Deutschlands verursacht Millionenschäden. In Niedersachsen wird ein Autofahrer von einer Eiche erschlagen. Auf dem Chiemsee in Bayern ertrinkt ein Segler.

Januar 2007

Orkan „Kyrill“ tobt in Europa. 47 Menschen sterben, 11 von ihnen in Deutschland. Erstmals in der Geschichte der Bahn steht der Schienenverkehr fast völlig still.

März 2008

„Emma“ wütet über Europa, bundesweit sterben sieben Menschen. In Hamburg entgeht ein Lufthansa-Airbus nur knapp einer Katastrophe, als eine Tragfläche die Landebahn berührt.

Februar 2010

Orkantief „Xynthia“ verwüstet Teile Westeuropas. In Deutschland wütet er am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sieben Menschen sterben in der Bundesrepublik.

Oktober 2013

Der Orkan „Christian“ knickt in Norddeutschland und Nordeuropa massenhaft Bäume um und deckt Dächer ab. Allein in Deutschland sterben mindestens sieben Menschen.

Dezember 2013

Mindestens zehn Menschen werden europaweit von Orkan „Xaver“ in den Tod gerissen. Hunderttausende sind ohne Strom. Hamburg erlebt die zweithöchste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen 1825.

Juni 2014

Mit Hagel, Starkregen und heftigem Wind hinterlässt Tief „Ela“ vor allem in Nordrhein-Westfalen eine Spur der Verwüstung. Bilanz: Schäden in zweistelliger Millionenhöhe und mehrere Tote.

Januar 2015

Die Orkantiefs „Elon“ und „Felix“ richten in ganz Europa Verwüstungen an und legen vielerorts den Bahnverkehr lahm. Bei Unfällen gibt es Tote und Verletzte – auch in Deutschland.

Strobl kritisierte Menschen, die ein solches Ereignis für Gag-Videos im Internet nutzten. Solche, wo etwa Männer in eine Hochwasserfluss springen, seien recht schnell am Montag im Internet verbreitet worden. „Das ist kein Spaß, das ist Ernst.“ Angesichts solcher Ereignisse sei es angebracht, Respekt vor Naturgewalten zu haben.

Von

dpa

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