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10.01.2010

17:16 Uhr

Urteil

500 Dollar Strafe für Chaos in Newark

Der Auslöser des Chaos auf dem Flughafen von Newark wird mit einer Strafe von 500 Dollar wohl noch relativ glimpflich davonkommen. Der 28 Jahre alte Student hatte einen Großalarm ausgelöst, der zur Schließung eines kompletten Terminals führte.

Der Student, der den Flughafen Newark halb lahmlegte wird abgeführt. ap

Der Student, der den Flughafen Newark halb lahmlegte wird abgeführt.

HB NEW YORK. Der junge Mann, der vor einer Woche ein stundenlanges Chaos auf dem New Yorker Flughafen Newark verursacht hatte, könnte mit einer geringen Geldstrafe davonkommen. Dem 28 Jahre alten Studenten aus China werde widerrechtliches Betreten vorgeworfen, was mit 500 Dollar bestraft werde, meldeten mehrere amerikanische Medien am Sonntag. New Jerseys demokratischer Senator Frank Lautenberg hatte zwar zunächst gefordert, das Visum des Medizinstudenten einzuziehen. Der 85-Jährige schwächte seine Forderung aber später ab.

Der Student war vor einer Woche unkontrolliert in den Sicherheitsbereich des Flughafens geschlüpft, um seine Freundin zu küssen. Die Behörden hatten daraufhin den gesamten Terminal abgeriegelt und nach dem Unbekannten durchsucht. Tausende Passagiere saßen die ganze Nacht fest. Der Mann wurde erst nach fünftägiger Suche am Freitagabend festgenommen. Ein Sicherheitsbeamter, der seinen Posten verlassen und so ein Passieren des Studenten ermöglicht hatte, wurde inzwischen beurlaubt. Der Mann, der als bislang sehr zuverlässig beschrieben wurde, muss sich einem Disziplinarverfahren stellen.

In ersten Berichten hatte es geheißen, ein Unbekannter sei in den Sicherheitsbereich gerannt, möglicherweise handele es sich um einen Terrorangriff. Später wurde klar, dass der Mann ganz normal gegangen war. Obwohl der Komplex sofort abgeriegelt wurde, war der Mann nicht gefunden worden. Die Ermittlungen wurden erschwert, weil die Kameras zwar aus dem Terminal übertrugen, aber schon tagelang nicht mehr aufzeichneten.

Der fünf Tage später festgenommene Student wurde nach einem vierstündigen Verhör wieder nach Hause geschickt. Mittlerweile scheint klar, dass der 28-Jährige nur noch einmal seine wieder nach Los Angeles fliegende Freundin küssen wollte. Als der Wachmann weg war, schlüpfte er unter dem Absperrband hindurch und küsste sie. Freunde bezeichnen ihn als „hoffnungslosen Romantiker“. Der 28- Jährige könne aber keiner Fliege etwas zuleide tun. „Er wollte nur seiner Freundin noch einen Kuss geben. Er hat gar nicht richtig gemerkt, was er anrichtet“, sagte ein Fußballkamerad.

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