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03.09.2012

22:50 Uhr

Urteil gefällt

„Facebook-Mörder“ erhält höchste Strafe

Im Prozess um den so genannten „Facebook-Mord“ hat ein 1 5-Jähriger die Höchststrafe erhalten. Der Junge gestand, ein gleichaltriges Mädchen umgebracht zu haben. Die Tat sorgte in den Niederlanden für großes Aufsehen.

Strafmaß verkündet

Höchststrafe im Facebook-Mord-Prozess

Strafmaß verkündet: Höchststrafe im Facebook-Mord-Prozess

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ArnheimZwei Teenager werden nach einem Streit auf Facebook zu Feindinnen, das eine Mädchen beauftragt einen 14-Jährigen mit dem Mord an ihrer ehemals besten Freundin: Der Fall hatte unter der Bezeichnung "Facebook-Mord" für Schlagzeilen gesorgt. Nun wurde ein Urteil gesprochen. Der mittlerweile 15-jährige Täter wurde am Montag in den Niederlanden zur Jugendhöchststrafe von einem Jahr Haft verurteilt. Zudem ordnete das Bezirksgericht in Arnheim eine dreijährige Behandlung des Jungen in einer Psychiatrie an, davon eines auf Bewährung.

Der Junge, der zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alt war, hatte im Januar ein ihm persönlich unbekanntes 15-jähriges Mädchen erstochen, weil es über ein anderes bei Facebook Gerüchte gestreut haben soll. Den Vater des Mädchens, der seiner Tochter zur Hilfe eilte, versuchte der Junge demnach ebenfalls zu töten.

Die Frage, warum ein 14-Jähriger eine 15-Jährige, die er gar nicht kannte, getötet habe, bleibe ungeklärt, hieß es in den Gerichtsunterlagen. Wegen Anstiftung zu der Tat erhob die Staatsanwaltschaft auch Anklagen gegen das zweite Mädchen und dessen Freund. Die beiden Jugendlichen müssen sich Medienberichten zufolge kommenden Monat vor Gericht verantworten.

Den Angaben zufolge soll sich der Täter für seine Tat entschuldigt haben. Er sei von dem Mädchen, das den Mord in Auftrag gegeben haben soll, unter Druck gesetzt worden und sei nicht in der Lage gewesen, sich ihr zu widersetzen.

Experten widersprachen der Darstellung des Jungen. Auf der Website der niederländischen Gerichtsbarkeit hieß es, Psychologen und Psychiater seien übereinstimmend zu der Einschätzung gekommen, dass der Druck auf den Jungen nie so hoch habe sein können, dass er nicht auch anders hätte handeln können. Er habe mehrmals Gelegenheit gehabt, Hilfe zu suchen. Der Junge habe den Plan mehrmals mit anderen durchgesprochen. Bereits am 12. Januar sei er nach Arnheim gefahren und habe auf das Opfer gewartet. Zwei Tage später sei er erneut nach Arnheim gefahren, habe das Mädchen zu Hause aufgesucht und am helllichten Tag getötet. Einen Freund habe er vorher in seine Absichten eingeweiht. Die Gutachter diagnostizierten bei dem 15-Jährigen schwere Verhaltensstörungen mit psychopathischen Zügen und verminderte Zurechnungsfähigkeit.

Kommentare (2)

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FFranz

04.09.2012, 06:47 Uhr

Die deutsche Presse hat in ihren Titeln unisono nur die Höchststrafe. Aber das Auffällige und Empörende ist doch die absurde Dauer dieser Höchststrafe: 1 Jahr. Dazu dann sicher Sonderpädagogik vom feinsten. So demonstriert der knieweiche Westen, dass man sich hier eigentlich alles erlauben kann, man darf nur kein steuerzahlender Normalbürger sein.

Account gelöscht!

04.09.2012, 13:14 Uhr

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