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27.08.2011

20:21 Uhr

US-Ostküste

Irene nimmt Kurs auf die Metropolen

VonNils Rüdel

Seit dem Morgen wütet der Hurrikan Irene an der Küste North Carolinas, jetzt walzt er sich weiter in Richtung der Großstädte an der Ostküste. In New York und Washington bereiten sich die Menschen auf das Schlimmste vor.

Hurrikan „Irene” tobt an US-Ostküste

Video: Hurrikan „Irene” tobt an US-Ostküste

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WashingtonIn Manhattan bilden sich Schlangen vor Taxiständen, weil keine U-Bahn mehr fährt. In Philadelphia fliehen Menschen aus niedrig gelegen Stadtteilen. Und in Washington wünscht man sich im Supermarkt „pass auf dich auf“, während draußen am Himmel die ersten dunklen Wolken aufziehen. In den kommenden 24 Stunden herrscht für 65 Millionen Menschen an Amerikas Ostküste der Ausnahmezustand. Hurrikan Irene nimmt Kurs auf die Metropolen.

Was den Menschen dort bald blühen wird, können sie seit dem Morgen im Fernsehen verfolgen. Um 7.30 Uhr Ortszeit traf der Sturm in Cape Lookout, North Carolina auf Land. Seitdem walzt sich Irene dort mit Böen von bis zu 170 Studenkilometern langsam nordwärts. Der Wind peitscht riesige Wellen auf, Häuser und Hotels stehen unter Wasser, Kleinstädte wurden überflutet, Hunderttausende sind ohne Strom.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

Nach Berechnungen des National Hurricane Center soll der Wirbelsturm, der so groß ist wie ganz Europa, am Abend an Washington vorbeiziehen. Sonntagnachmittag wird er New York und Long Island heimsuchen, dann Boston, bis er am Montag schließlich über dem Nordatlantik verschwindet. „Irene bleibt ein großer und gefährlicher Sturm“, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Samstag. „Wir erwarten heftigen Regen, Überflutungen und schwere Stromausfälle”.

Zehn Bundesstaaten entlang der Küste, darunter New York und das District of Columbia, in dem Washington liegt, haben bis Samstagmittag den vorsorglichen oder tatsächlichen Notstand ausgerufen. In Virginia, Delaware und New Jersey gab es Zwangsevakuierungen, insgesamt wurden mehr als 2,3 Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Allein in New York müssen 370.000 Einwohner niedrig liegende Stadtgebiete verlassen, darunter Lower Manhattan. „Es wäre gefährlich und dumm, den Anweisungen nicht zu folgen“, warnte Bürgermeister Michael Bloomberg. „Wenn Sie sich nicht daran halten, werden möglicherweise Menschen sterben“.

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Kommentare (5)

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untergang

27.08.2011, 21:01 Uhr

Die Finanzkrise begann in NY-Wallstreet. Wenige Leute dort zerstörten die private Altersvorsorge von Mio. Amerikanern, Europäern. Weniger Asiaten und Latinos, die erst in die Geldschwemme hinein kommen. "Das Imperium schlägt zurück!" so lautete ein Film. Der nun real wird. Wir werden sehen, wie Wallstreet überschwemmt werden wird. Stromkabel im 1882 gebauten, nahezu oberirdischen Stromkanalsystem werden überschwemmt, defacto futsch gemacht. Kein Computerhandel mehr möglich: Katastrophe, Resignation in vielerlei Weise sowie Deflation und Stagnation ja Totalabsturz folgen. Weltweit. Einfach weil Wallstrett nicht mehr "geht". Weniger Tage später steigen neue "Könige" auf. Vielleicht poltern die alt gewordenen, staubigen Chinesen auf dem internationalen Schachbrett nun lauter, rücken statt Turm nun König strategisch vor. Oder die Latinos rollen einen anderen Tsunami gegen die USA - wieder aus der Karibik...;-)) - an. Oder 3: alle helfen in Mitleid den mittlerweile durch Konjunkturhilfen staatlich regulierten USA.
In der Zwischenzeit gibt es nur salziges Meerwasser zum Trinken, verschmutzte Fische mit Industrieabwässergeschmack sowie gewürzt mit Emulgatorenabfällen...für "volle Hosen" und Kommentatoren geschmackloser weil hohler Aussage wie "Hosenscheisser" kein Platz.

Account gelöscht!

28.08.2011, 01:18 Uhr

sogar 7000 sandsäcke, das sind dann ein halber für 10 straßenzüge oder so? scheint mir besser die gezielt zu platzieren statt die in irgendwelchen vorgärten zu lagern aber gut

SlingShot

28.08.2011, 01:41 Uhr

die Politik liebt solche Katastrophen: sie lenken von den wirklichen Problemen ab. Die amerikanischen Medien und Politker nennt man es: changing the channel / den Kanal wechseln!

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