Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2015

03:33 Uhr

US-Ostküste

New York ruft wegen Blizzard Notstand aus

Bis zu 90 Zentimeter Neuschnee, Sturm und mindestens 1200 gestrichene Flüge: Die Nordostküste der USA erwartet einen Schneesturm, der historisches Ausmaß annehmen könnte. Laut Gouverneur Cuomo geht es um „Leben und Tod“.

New York vor dem schweren Schneesturm. Reuters

New York vor dem schweren Schneesturm.

New YorkBlizzard „Juno“ hat das öffentliche Leben in New York weitgehend lahmgelegt. Die Straßen waren praktisch autofrei, Schulen und Büros wurden vorzeitig geschlossen, die Metropolitan Opera sagte ihre Aufführung ab. Bis hoch nach Kanada sorgte die Schneefront an der US-Ostküste für einen Ausnahmezustand. Am Montagabend (Ortszeit) fiel zwar vorerst kein Schnee mehr; es sollte aber in der Nacht weitergehen. 60 Millionen Menschen könnten von „Juno“ betroffen sein.

Der Nationale Wetterdienst gab für Montag und Dienstag Blizzard- und Sturmwarnungen in mehreren Bundesstaaten heraus. Für die Weltmetropole New York wurde ein Fahrverbot verhängt. Fahrzeuge durften nur noch in Notfällen unterwegs sein. Wer dagegen verstoße, müsse mit einem Bußgeld von 300 Dollar (rund 250 Euro) rechnen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Das Verbot gilt für 13 Landkreise, darunter die fünf, die die Stadt New York City bilden. Auch Busse und selbst U-Bahnen sollten in New York nicht mehr fahren, ebenso in Boston.

„Dieser Sturm sollte nicht leicht genommen werden“, sagte Cuomo am Montag. Die Menschen sollten nach Hause gehen und dort bleiben. „Es kann um Leben und Tod gehen“, sagte Cuomo. Unter anderem bezog sich der Notstand auf die Stadt New York und rund ein Dutzend weitere Counties.

Cuomo kündigte auch an, dass in der Metropole New York U-Bahnen ab 19 Uhr (Ortszeit) nur noch eingeschränkt fahren und Regionalzüge von 23 Uhr an komplett eingestellt würden. Ein Fahrverbot gilt auch bereits im Nachbarstaat Connecticut. In den USA wird bei Unwettern häufiger als in Deutschland der Notstand ausgerufen, um so den Gouverneuren schnellere Entscheidungen über Straßensperrungen und andere Notmaßnahmen zu ermöglichen.

„Das könnte ein Sturm sein, wie wir ihn noch nie gesehen haben“, warnte Bürgermeister Bill de Blasio am Sonntag. New York habe viele schwere Schneestürme erlebt, „aber seien Sie auf Schlimmeres gefasst“. Am Montag müsse im Verkehr mit langen Verspätungen gerechnet werden. Es wird nach Medienberichten erwartet, dass der Sturm im Laufe des Montags die Region trifft. Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, rief die Menschen auf, am Montag zu Hause zu bleiben oder früh bei der Arbeit Schluss zu machen.

Der Schnee störte auch den Betrieb bei den Vereinten Nationen. Das UN-Hauptquartier am East River schloss am Montag früher und sollte auch am Dienstag nicht öffnen. Betroffen waren nicht nur Tausende UN-Angestellte und viele Touristen. Auch die Gedenkveranstaltung mit Israels Präsident Reuven Rivlin zur Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz vor 70 Jahren wurde um einen Tag verschoben.

Selbst die Hochkultur blieb nicht ungeschoren. Die Metropolitan Opera sagte zunächst eine Vorstellung mit Anna Netrebko ab. Wegen der Straßensperrungen und des Fahrverbotes habe man sich zu dem Schritt gezwungen gesehen, hieß es aus dem legendären Opernhaus. Eigentlich hatte dreieinhalb Stunden lang „Iolanta/Bluebeard's Castle“ mit der Netrebko und Valery Gergiev gegeben werden sollen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Marcel Europaeer

27.01.2015, 08:39 Uhr

Naja, die Nordostküste der USA ist ja Kummer gewohnt. Wenn sich die warme, feuchte Meeresluft über die kalte Festlandluft schiebt, dann schneit es halt.

Da die Meere wärmer geworden sind, verstärkt sich der Effekt. Die Hälfte der 10 schwersten Blizzards traten in den letzten 11 Jahren auf. Vor etwas mehr als 2 Jahren gab es ja auch Sandy mit dem größten jemals gemessenen Sturmfeld im Atlantik, der dann auch die Nordostküste traf.

Der Klimawandel lässt grüßen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×