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23.02.2011

18:21 Uhr

US-Rezession

Las Vegas gehen die Hochzeitspaare aus

Auch Hochzeiten sind ein Geschäft, in Las Vegas sogar ein richtig gutes. Doch seit wenigen Jahren sind die Eheschließungen rückläufig, Rezession und Desinteresse beginnen, die florierenden Kapellen zu zermürben.

Die Skyline von Las Vegas: mittendrin zahllose Hochzeitskapellen. Quelle: Reuters

Die Skyline von Las Vegas: mittendrin zahllose Hochzeitskapellen.

Las VegasIn Las Vegas läuten die Hochzeitsglocken immer seltener. Weniger als 92.000 Paare gaben sich im vergangenen Jahr in der Hauptstadt des Glücksspiels und in Nevada das Jawort. Weniger waren es zuletzt 1993. Die Zurückhaltung bedeutet gewaltige Einnahmeverluste für die Tourismusindustrie, die zahlreichen Kapellen und damit auch für die Staatskasse.

„Die Zahlen sprechen für sich“, sagt der langjährige Hochzeitsplaner und Gründer der Hochzeitsvereinigung von Las Vegas, Joni Moss. „Und die Leute geben einfach weniger aus.“ Am schwersten treffe es die kleinen Kapellen, die häufig als Familienbetriebe geführt würden.

In Nevada werden 85 Prozent aller Ehen im Bezirk Clark geschlossen, zu dem auch Las Vegas gehört. Fast fünf Prozent aller Ehen in den gesamten USA nehmen ihren Anfang unweit der Kasinos und Hotels auf dem berühmten Strip. Und während Nevada bei der Bevölkerungszahl im Jahr 2009 auf Platz 35 rangierte, kam es nach der Zahl der geschlossenen Ehen den offiziellen Statistiken zufolge auf Rang fünf.

Am größten war das Interesse im Jahr 2004, als 128.250 Paare sich das Jawort gaben. Seitdem sagten in jedem Jahr weniger Männer und Frauen „Ich will“.

Die Hochzeitsprofis in Nevada sind sich einig, dass Las Vegas nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Sie machen vielmehr die Rezession und die insgesamt nachlassende Begeisterung für die Ehe verantwortlich.

Auch den Gemeinden, die die amtliche Heiratserlaubnis ausstellen, gehen Einnahmen verloren. Der Bezirk Clark nahm 2004 noch mehr als sieben Millionen Dollar mit den Eheschließungen ein. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 5,5 Millionen. Zusammen mit den zurückgehenden Grundsteuern ergibt sich ein schmerzhafter Fehlbetrag, wie die Verwaltungsbeamtin Diana Alba erklärt.

Kommentare (2)

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Visit_made_extra_complicated

24.02.2011, 12:34 Uhr

Ob es nicht doch eher an den beschwerlichen Einreisebedingungen für die USA liegt?

Account gelöscht!

25.02.2011, 08:34 Uhr

Die Menschen die sich in Las Vegas mit großem Abstand am meisten trauen lassen, sind US-Amerikaner.
Außerdem sind die Auflagen für die Einreise lächerlich, im Vergleich zu den Formalitäten die man als Ausländer bei einer Eheschließung dort braucht.
Also alles kann man bestimmt nicht auf die Einreisebedingen schieben ;-)

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