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24.10.2013

23:57 Uhr

US-Satire-Show

Wirbel um den Satz eines Fünfjährigen

VonAxel Postinett

Ein fünf Jahre alter Knirps sorgt in den USA für Aufregung: „Wir bringen alle Chinesen um." Das antwortete ein Vorschüler auf eine Frage von Comedian Jimmy Kimmel. Hätte der Sender einschreiten müssen?

Heftige Worte eines Vorschülers: „Wir bringen alle Chinesen um“ antwortete er auf die Frage Kimmels - während neben dem Blondschopf ein kleines asiatisches Mädchen saß.

Heftige Worte eines Vorschülers: „Wir bringen alle Chinesen um“ antwortete er auf die Frage Kimmels - während neben dem Blondschopf ein kleines asiatisches Mädchen saß.

San FranciscoEin Video erregt die amerikanische Öffentlichkeit. Was sollte man machen, um die 1,3 Billionen Dollar Schulden bei China zurückzuzahlen? Comedian Jimmy Kimmel befragte dazu eine Diskussionsrunde aus Vorschulkindern und bekam eine verstörende Antwort. „Wir bringen alle Chinesen um“, lautete die simple Logik eines Fünfjährigen, die der Sender ABC auch ungeschnitten ausstrahlte. Dann brauche man gar nichts mehr zurückzuzahlen. So einfach ist das.

Wie weit darf Satire gehen? Diese Frage ist nicht neu, aber immer wieder brisant. Erwartungsgemäß löste der Mitschnitt der Sendung im chinesischen Internet einen Sturm der Entrüstung aus. Mittlerweile melden sich auch immer mehr Amerikaner zu Wort, die das Ganze nicht mehr als harmlosen Witz eines Fünfjährigen abtun wollen.

Während der es vielleicht nicht besser wusste, sitzen jedoch in den Schaltzentralen des Senders Erwachsene, die sich der Brisanz der Angelegenheit hätten bewusst sein sollen, steht in einer Petition an das Weiße Haus. Sie verlangt, die Sendung entsprechend zu editieren und eine offizielle Entschuldigung Richtung China auszusprechen. Die verwendete Sprache entspreche ganz der Rhetorik des Dritten Reichs in Deutschland, als es gegen die Juden ging.

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Nun reagierte auch der Sender: Der Videomitschnitt der Night-Talk-Folge ist mittlerweile auf dem Youtube-Kanal gesperrt worden, ein Mitschnitt auf den Seiten der South China Morning Post oder der Huffington Post war am Mittwoch ebenfalls nicht aufrufbar.

Laut Businessinsider.com hatte Kimmel auf die Antwort des Jungen hin gelacht und mit dem Hinweis reagiert, das sei „ein interessanter Ansatz“. Später habe er das Thema noch einmal aufgegriffen, der blonde Junge wäre aber standhaft bei seiner Meinung geblieben. Kimmel habe dann mit dem Satz geendet: „Das war mal eine interessante Folge des Kids Table: Die Herr der Fliegen-Edition.“

„Herr der Fliegen“, im Original „Lord of the Flies“, ist ein Roman von 1954, in dem eine Gruppe sechs bis zwölfjähriger Jungen nach einem Flugzeugabsturz alleine auf einer Südseeinsel überleben muss. Ohne elterlichen Einfluss verwildert die Gruppe zusehends, es bilden sich verfeindete Lager, dann entstehen Auseinandersetzungen, die letztendlich in Folter und Mord ausarten.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

25.10.2013, 08:15 Uhr

Bei der Medienstruktur und der sprichwörtlichen Bildung vieler Bürger in den USA wundert mich das überhaupt nicht.
Das beste Beispiel, mit Italien, wie man Medienpolitik nicht machen sollte.
Ich bin zwar absolut kein Verfechter der GEZ-Schmarotzer, aber so heftig mit der Privatisierung, das jeder seinen Sender haben kann, muss es auch nicht gleich sein.

tomtom19582

25.10.2013, 09:34 Uhr

Ein 5jähriges Kind ist in seinem eigenen Entwicklungsstand noch nicht in der Lage, derart komplexe Fragestellungen aus eigenem Intellekt zu begreifen und werten zu können. Moral und Ethik spielen noch keine übergeordnete Rolle, sondern sind stark vom Umfeld (Eltern, Freunde, etc.) geprägt. Die kindliche Logik antwortet mit brutaler Einfachheit und sucht eine im bisherigen Erfahrungsschatz nahe liegende Antwort.
Erschütternd ist deshalb nicht die Antwort des Kindes an und für sich, sondern viel mehr die Frage, woher es diese Prägung hat. Und das ist beileibe kein amerikanisches Phänomen. Verrohung, Werteverfall, Egozentrik und fehlende Moral prägen die weltweite Entwicklung. Da hat keine Nation das Recht mit dem Finger auf andere Nationen zu zeigen, sondern hier muss jeder erst einmal vor seiner eigenen Tür kehren.

RumpelstilzchenA

25.10.2013, 10:11 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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