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22.09.2015

22:45 Uhr

USA-Besuch

Obama empfängt Papst Franziskus

Der Papst ist in den USA gelandet: Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde von US-Präsident Obama persönlich empfangen. Es ist der erste USA-Besuch von Franziskus - der 78-Jährige hat ein strammes Programm vor sich.

Obama empfängt Franziskus

Kann der Papst die Beziehung zwischen Kuba und den USA beeinflussen?

Obama empfängt Franziskus: Kann der Papst die Beziehung zwischen Kuba und den USA beeinflussen?

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WashingtonPapst Franziskus ist am Dienstag bei seinem ersten Besuch in den USA mit großem Jubel empfangen worden. Nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington ging US-Präsident Barack Obama vom Terminal zu der Papstmaschine, um Franziskus persönlich mit Handschlag zu begrüßen - was eine ganz seltene Ehrung für einen Staatsgast in den USA ist. Auch First Lady Michelle Obama, die beiden Töchter und Vizepräsident Joe Biden waren zugegen. Eine große Menschenmenge jubelte dem 78-Jährigen zu.

Normalerweise empfangen US-Präsidenten ihre Staatsgäste im Weißen Haus. Obamas Sprecher Josh Earnest sagte, die Entscheidung des Präsidenten, Franziskus selbst in Empfang zu nehmen, drücke den Respekt aus, den Amerikaner für den Papst empfinden.

Für den 78-jährigen Franziskus ist die US-Reise mit Aufenthalten in Washington, New York und Philadelphia sein erster Besuch in den Vereinigten Staaten überhaupt. Er findet eine Supermacht vor, die im Inneren über Probleme gespalten ist, die zu seinen Herzensangelegenheiten gehören: Einwanderung, soziale Ungerechtigkeit und wirtschaftliche Ungleichheit.

Klartext – deutliche Worte von Papst Franziskus

Aufsehen mit ungewöhnlichen Äußerungen

Papst Franziskus hat mehrfach mit für den Vatikan ungewöhnlichen Äußerungen Aufsehen erregt. Einige Beispiele:

Familienplanung

„Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen.“

Familienehre

„Wenn Dr. Gasbarri (der Reiseorganisator des Papstes), mein lieber Freund, meine Mama beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag.“

Flüchtlinge

„Wir sind eine Gesellschaft, die vergessen hat, wie man weint. Wir haben uns an die Leiden anderer gewöhnt. Es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht uns nichts an. (...) Die Wohlstandskultur macht uns unempfindlich für die Schreie der anderen und führt zur Globalisierung der Gleichgültigkeit.“

Oberflächlichkeit

„Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen; wir verschwenden unser Geld für Spiel und Getränke und drehen uns um uns selbst.“

Kurie

„Eine Kurie, die sich nicht selbst kritisiert, die sich nicht weiterentwickelt, die nicht versucht, sich zu verbessern, ist ein kranker Körper.“

Eitelkeit von Kardinälen

„Die Krankheit der Rivalität und der Eitelkeit. Wenn das Auftreten, die Farbe der Kleidung und die Insignien der Orden das erste Ziel im Leben werden.“

Tratsch

„Es ist die Krankheit der feigen Menschen, die nicht den Mut haben, direkt mit jemandem zu sprechen und hinter dem Rücken reden. (...) Brüder, schauen wir auf den Terrorismus des Geschwätzes!“

Auf seinem Programm stehen eine Rede im Kongress, aber auch Treffen mit Einwanderern, Häftlingen und Obdachlosen. Während des Fluges von Kuba nach Washington wies Franziskus Kritik an seinen Ansichten zur Wirtschaftspolitik zurück. Er sei nicht linksgerichtet, er gebe vielmehr exakt die Kirchenlehre wieder. „Ich bin mir sicher, nie etwas gesagt zu haben, was über die soziale Kirchendoktrin hinausgeht“, sagte er. Da einige Konservative in Frage gestellt hatten, ob er denn noch wahrhaft katholisch sei, scherzte er: „Falls ich das Glaubensbekenntnis aufsagen muss, bin ich bereit.“

Von

ap

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