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27.08.2011

10:27 Uhr

USA erwarten „Irene“

Hurrikan wird zum Albtraum für Airlines

Massenevakuierung, Hamsterkäufe, Sperrungen: Die Ostküste der USA bereitet sich auf einen gefährlichsten Wirbelstürme ihrer Geschichte vor. Es wurden zudem Tausende Flugverbindungen gestrichen - auch bei der Lufthansa.

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Wie sich Amerika gegen den Sturm wappnet

Video: Hurrikan „Irene”: Notstand in New York

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Washington/New York/ BerlinUS-Fluggesellschaften haben wegen des Hurrikans „Irene“ knapp 7000 Flüge am Wochenende gestrichen. Sie forderten Passagiere am Freitag auf, ihre Reisepläne zu überdenken. Flugzeuge wurden in sicherere Regionen verlegt. Der Wirbelsturm bedroht die Ostküste der USA. Der Luftraum im Nordosten mit der Millionen-Metropole New York ist der verkehrsreichste des Landes. Alleine die drei New Yorker Flughäfen zählen jährlich 100 Millionen Passagiere. Störungen hier haben nicht nur Auswirkungen auf den kompletten Flugverkehr der USA sondern auch auf den internationalen.

Der erwartete Hurrikan wirbelt auch in Deutschland die Flugpläne durcheinander. Die Lufthansa strich für Samstag alle Flüge ab Frankfurt am Main, München und Düsseldorf zu den New Yorker Flughäfen JFK und Newark, wie ein Sprecher auf dapd-Anfrage sagte. Sieben Abflüge aus Deutschland wurden annulliert, insgesamt sind wegen nicht stattfindender Rückflüge 14 Verbindungen betroffen. Es sei geplant, am Samstag weiterhin nach Boston und Philadelphia zu fliegen, sagte der Sprecher weiter.

Für Sonntag würden Flüge in diese beiden Städte sowie nach New York gestrichen. Am Sonntag sollen elf Abflüge annulliert werden. Insgesamt sind 22 Flüge betroffen. Weiter angeflogen werden soll Washington.

Die Lufthansa gehe davon aus, dass die Städte am Montag wieder erreicht werden könnten, sagte der Sprecher. Es könne aber zu Verzögerungen kommen.

Ab Samstagmittag dürfte an den fünf größten Flughäfen im Großraum New York nichts mehr gehen. Die US-Behörden wollen sie wegen des Hurrikans „Irene“ für ankommende Passagierflugzeuge schließen.

 

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

„Es kann aber zu weiteren kurzfristigen Streichungen kommen“, sagte Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky der Nachrichtenagentur dpa. Am Montag sei der Flugbetrieb voraussichtlich wieder normal.

Bereits am Freitag sind dem Online-Dienst Flightaware.com 430 Flüge gestrichen worden, am Samstag 2400 und am Sonntag mehr als 4400. So sagte Delta 1300 Flüge zwischen Samstag und Montag ab, darunter alle Verbindungen der New Yorker Flughäfen John F. Kennedy, Newark und La Guardia. JetBlue strich 900 Flüge.

Ausweichmöglichkeiten auf die Bahn gibt es nicht. Der Betreiber Amtrak will wegen des herannahenden Sturms seine Dienste im Nordosten am Samstag reduzieren und am Sonntag komplett einstellen. Die Flughafengebäude sollen deshalb für gestrandete Passagiere geöffnet bleiben. Analyst Helane Becker von Dahlman Rose & Co rechnet mit Belastungen für die Fluggesellschaften von 30 und 40 Millionen Dollar sollte der Hurrikan die Ostküste direkt treffen. Sollte er vorbeiziehen, beliefen sich die Kosten auf etwa fünf Millionen Dollar.

Kommentare (4)

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earth

27.08.2011, 09:00 Uhr

Hurricane=Albtraum?
Wo leben wir eigentlich?
Must be earth.
Okay, werden ein paar IPhones und andere IDingsda aufallen.
Aber deswegen die Hosen voll?
Never ever!

Hysterion

27.08.2011, 09:33 Uhr

Wieder so eine Investitionsblase: nix wissen, von garnicht gleich garnix wissen, aber auf Dickmanns machen.

Genießt doch erstmal den Hurrikan: zur Gänze damit man mal sehn kann, wie hytserisch das alles geworden ist.

Account gelöscht!

27.08.2011, 10:45 Uhr

Bei dem Stand der US Infrastruktur mit maroden Stromleitungen, maroden Strasse in NY etc. kann nur aufgebaut werden anschließend. Bernanke hat einen Grund, weitere Spielgelddollars zu drucken und ein paar Arbeitslose weniger wird's geben. Immer noch besser, als zum Abbau der unqualifizierten Arbeitlosen einen neuen US Krieg zu beginnen.

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