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11.02.2015

18:25 Uhr

USA

Mann erschießt drei muslimische Studenten

In der US-Universitätsstadt Chapel Hill sind drei Menschen erschossen worden. Der mutmaßliche Mörder war radikaler Atheist, die Opfer Muslime. Behörden überprüfen derzeit, ob das Verbrechen aus Hass begangen wurde.

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge schoss der Täter wegen eines Streits um einen Parkplatz. ap

Foto vom Tatort

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge schoss der Täter wegen eines Streits um einen Parkplatz.

WashingtonIm US-Bundesstaat North Carolina hat ein Mann drei muslimische Studenten erschossen und sich anschließend der Polizei gestellt. Bei den Opfern der Gewalttat, die sich am Dienstagabend in der Universitätsstadt Chapel Hill ereignete, handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 23-Jährigen, seine zwei Jahre jüngere Ehefrau sowie deren 19-jährige Schwester.

Die Tat ereignete sich vor dem Campus der North Carolina State University. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge schoss der Täter wegen eines Streits um einen Parkplatz. Ob es sich um ein aus Hass begangenes Verbrechen handelte, werde derzeit überprüft, teilte die Polizei mit. Der in Untersuchungshaft sitzende Schütze arbeite mit den wegen dreifachen Mordes ermittelnden Beamten zusammen. Der 46-Jährige bezeichnet sich auf einer ihm zugeschriebenen Facebook-Seite als Religionsgegner.

Der getötete 23-Jährige studierte im zweiten Jahr Zahnmedizin. Seine Frau wollte Medienberichten zufolge im Herbst ebenfalls mit dem Studium der Zahnmedizin beginnen. Ihre Schwester studierte ebenfalls an der North Carolina State University. Alle drei lebten in Chapel Hill.

Amokläufe an amerikanischen Schulen und Universitäten

20. April 1999 - Littleton

Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.

21. März 2005 - Minnesota

Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

12. Oktober 2006 - Pennsylvania

Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

16. April 2007 - Blacksburg

Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.

10. Oktober 2007 - Cleveland

Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

14. Februar 2008 - Illinois

Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

3. April 2012 - Kalifornien

Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

Der Täter nennt sich in einer offenbar von ihm erstellten Seite im Onlinenetzwerk Facebook einen Gegner von Christen, Muslimen, Juden und Mormonen. In einem Eintrag heißt es: „Angesichts der enormen von eurer Religion angerichteten Schäden würde ich sagen, ich habe nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, sie zu beschimpfen.“

Ein am 20. Januar auf die Facebook-Seite gestelltes Foto zeigt einen Revolver mit dem Titel „Ich“. Darunter heißt es, die Waffe sei geladen, außerdem seien fünf weitere Kugeln vorhanden.

Ebenfalls auf Facebook wurde eine Seite in Gedenken an die drei Opfer eingerichtet. Ein Foto zeigt sie lächelnd bei einer Veranstaltung, bei der es sich um eine Abschlussfeier zu handeln scheint. Die beiden jungen Frauen tragen auf dem Bild Kopftücher.

Von

afp

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